Möhlin
33 Jahre im Amt und trotzdem gab es keine Abgangsentschädigung

Nach 33 Jahren im Verwaltungsrat demissionierte der seit 2000 amtierende Präsident Rudolf Hasler an der 88. Generalversammlung der Raiffeisenbank Möhlin, welche 591 Mitglieder besuchten und die Thomas Tschanz zu Haslers Nachfolger wählten.

Paul Roppel
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Letzte Präsentation von Verwaltungsratspräsident Rudolf Hasler, der bei der Raiffeisenbank Möhlin 33 Jahre erfolgreich gewirkt hat (hier mit Susanne Kaufmann und Annelise Fankhauser, rechts). – Foto: pro

Letzte Präsentation von Verwaltungsratspräsident Rudolf Hasler, der bei der Raiffeisenbank Möhlin 33 Jahre erfolgreich gewirkt hat (hier mit Susanne Kaufmann und Annelise Fankhauser, rechts). – Foto: pro

«Wie sieht das mit der Abzockerei aus?», wollte eines der 591 anwesenden stimmberechtigten Genossenschaftsmitglieder an der Raiffeisen-Generalversammlung wissen, was in der Dreifach-Sporthalle Steinli einige Erheiterung auslöste, aber Verwaltungsratspräsident Rudolf Hasler keinesfalls aus der Ruhe brachte. Zum letzten Mal leitete er nämlich nach beachtlichen 33 Jahren Mitarbeit im Verwaltungsrat, davon 13 Jahre als Präsident, mit gewohnter Souveränität und Sachlichkeit die statutarischen Geschäfte, welche auch seine Nachfolge beinhalteten. «Eine Abgangsentschädigung gibt es nicht», betonte der 64-Jährige, der in Pension geht.

Einzig die grossartige Laudatio von Vizepräsident Christoph Bucher, der die immense Leistung des scheidenden Präsidenten ausleuchtete, brachten Hasler sichtlich bewegt aus der Fassung. «Was wir besonders schätzten, war seine persönliche Sicht und sein Bauchgefühl, womit Zahlen, Fakten und Traktanden ein Gesicht bekamen», meinte Bucher und schenkte ihm zum Abschied einen Reisegutschein.

Raiffeisen setzt auf das erfolgreiche Genossenschaftsmodell, welches von den Mitgliedern getragen wird. Bereits zum zehnten Mal in Folge wurde Raiffeisen zur vertrauenswürdigsten Bank der Schweiz gewählt, betonte Hasler. Er blickte zurück auf ein politisch und wirtschaftlich sehr anspruchsvolles Geschäftsjahr mit enormem Regulierungs- und Kostendruck sowie anhaltend anspruchsvollen Herausforderungen. Trotzdem schloss die Bank Möhlin mit ihren 8204 Mitgliedern in der Region erfolgreich ab und erfreut sich erneut an einem unverminderten Zufluss an Kundengeldern. Um über 6 Prozent oder 43 Millionen auf 697 Millionen Franken stiegen sie 2012 an, erläuterte Susanne Kaufmann, Vorsitzende der Bankleitung.

Ein kontrolliertes Wachstum auf hohem Niveau wird bei den Hypothekarausleihungen angestrebt, welche sich um 34 Millionen Franken oder 5 Prozent auf 763 Millionen Franken erhöhten. Anleger reagierten im abgeschlossenen Geschäftsjahr an den Finanzmärkten zurückhaltend, weshalb sich die Einnahmen im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit knapp 4 Prozent (plus 44 329 Franken) eher bescheiden entwickelten.

Dank Einsparungen im Sachaufwand fiel der Bruttogewinn mit 6,73 Millionen Franken trotzdem um 5 Prozent höher aus. Dies sei umso erfreulicher, betonte Kaufmann, weil ein einmaliger Betrag von 313 000 Franken über den Personalaufwand in die Pensionskasse gespiesen wurde, um die Renten zu sichern und den Deckungsgrad zu stärken. Aufgrund dieser einmaligen Zuweisung fiel der Jahresgewinn von 1,36 Millionen Franken um 280 000 Franken tiefer aus als im Vorjahr, wovon 98 400 Franken den Genossenschafter ausbezahlt werden.

Die Bilanzsumme verbesserte sich um 4 Prozent auf 862 Millionen Franken. Auf Anfrage gab Verwaltungsratspräsident Rudolf Hasler Auskunft darüber, dass die Filiale in Kaiseraugst aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden musste. Die Raiffeisenbank Möhlin verfügt nun über drei Geschäftstellen mit 44 Mitarbeitenden.

Als neuen Verwaltungsratspräsidenten wählte die Versammlung Thomas Tschanz, der seit 2000 Mitglied im Verwaltungsrat ist. Der 47-Jährige ist Geschäftsführer der Landi Fricktal. Demissioniert hat auch Anneliese Fankhauser, ehemalige Gemeindeschreiberin von Magden, die im Verwaltungsrat seit 1992 als Aktuarin wirkte. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Markus Böhringer (1961), Operation Director Pharmaforschung, und Gianpaolo Di Matteo (1971), Betriebswirtschafter, Leiter Finanzen und Administration. Im Amt bestätigt wurden Christoph Bucher, Clemens Keller und Hansjörg Steck.

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