Gipf-Oberfrick
«32 Jahre waren für mich genug»: Maximilian Reimann verpasst Wiederwahl in Nationalrat

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Maximilian Reimann. (Archiv)

Maximilian Reimann. (Archiv)

Severin Bigler

Nach 32 Jahren geht die Bundesbern-Ära von Maximilian Reimann zu Ende. Enttäuscht darüber ist der 77-jährige SVP-Politiker aus Gipf-Oberfrick jedoch nicht. Als Zugpferd des Teams 65+ sei seine Ausgangsposition eine «Win-win-Situation» gewesen, sagt er. Im Fall seiner Wiederwahl hätten die Aargauer Senioren die Gewissheit gehabt, für weitere vier Jahre durch «einen motivierten Jahrgänger» in Bern vertreten zu werden.

Würde es für die Wahl nicht reichen, «dann hätte ich meine volle zeitliche Freiheit zurück», so Reimann. «Immerhin ist ein Mandat in Bern plus Europarat ein Zwei-Drittel-Pensum und ich stecke doch bereits im vorgerückten 77. Altersjahr», schiebt er nach.

Maximilian Reimann, geboren 1942, studierte Rechts- und Staatswissenschaften und arbeitete später als TV-Journalist beim Schweizer Fernsehen wie auch als selbstständiger Jurist.
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1987 wurde er in den Nationalrat gewählt. Ursprünglich politisierte er für die CVP. Nachdem die Partei ihn jedoch nicht für die Nationalratswahlen nominierte, wechselte er zur SVP.
Erfolg für Reimann: Als erster SVP-Vertreter schafft er 1995 den Sprung ins Stöckli. Bild aus dem Jahr 2007.
Reimann 1997 mit dem damaligen Bundespräsidenten Arnold Koller beim Tennis Cup of European Parliaments in Greifensee.
2002/2003 amtete Reimann als Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats. Im Bild mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und Vizepräsident Peter Bryner. 2003
Zwischen 2007 und 2011 vertraten die Ständeräte Reimann und Christine Egerszegi (FDP) den Aargau in Bern. Letztere wurde als erste Aargauerin ins Stöckli gewählt.
Die Aargauer SVP beschloss 2011, Ulrich Giezendanner ins Rennen ums Stöckli zu schicken. Reimann kandidierte für den Nationalrat und wurde gewählt.
2019: Die SVP Aargau verfolgt eine Verjüngungsstrategie und nominiert Reimann nicht mehr für die Nationalratsliste. Er kandidiert auf der von ihm eingereichten Seniorenliste.

Maximilian Reimann, geboren 1942, studierte Rechts- und Staatswissenschaften und arbeitete später als TV-Journalist beim Schweizer Fernsehen wie auch als selbstständiger Jurist.

zvg

Reimann verhehlt nicht, dass er sich etwas mehr Stimmen erwartet habe. Die Seniorenliste betrachte man jedoch auch als ein Experiment, basierend auf der Formel, Senioren gehören auch in eine Volkskammer, so Reimann. «Das Experiment ist im ersten Anlauf noch nicht geglückt. Sollte sich aber erweisen, dass die etablierten Parteien auch künftig keine Senioren auf ihre Hauptlisten setzen und bloss auf chancenlosen Unterlisten antreten lassen, dann wird die Stunde von Team 65+ oder analoger Seniorenlisten noch schlagen», sagt Reimann.

Thomas Burgherr, Präsident der SVP Aargau, sagte, dass er überzeugt ist, dass Maximilian Reimann als Nationalrat wiedergewählt worden wäre, wenn er sich am Parteitag von der SVP-Basis nominieren hätte lassen. Reimann bezeichnet dies als eine hypothetische Annahme. «32 Jahre als SVP-Vertreter in Bern waren für mich genug und nach so langer Zeit darf man doch getrost jüngeren Leuten Platz frei machen.» (dka)

Diese 16 Aargauerinnen und Aargauer schaffen die Wahl in den Nationalrat:

Hansjörg Knecht, SVP. bisher, 73'587 Stimmen. – Er ist im 2. Wahlgang am 24. November zum Ständerat gewählt worden.
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Benjamin Giezendanner, SVP, neu, 68'024 Stimmen.
Andreas Glarner, SVP, bisher, 64'053 Stimmen.
Thomas Burgherr, SVP, bisher, 63'155 Stimmen.
Martina Bircher, SVP, neu, 58'757 Stimmen.
Jean-Pierre Gallati, SVP, neu, 55'454 Stimmen.
Stefanie Heimgartner, SVP, neu, 55'361 Stimmen. – Sie rückt für Hansjörg Knecht (Ständerat) nach.
Cédric Wermuth, SP, bisher, 47'890 Stimmen.
Yvonne Feri, SP und bisher, 46'241 Stimmen.
Gabriela Suter, SP, neu, 36'867 Stimmen.
Thierry Burkart, FDP, bisher, 50'507 Stimmen. – Er ist im 2. Wahlgang am 24. November in den Ständerat gewählt worden.
Matthias Jauslin, FDP, bisher, 29'835 Stimmen.
Maja Riniker, FDP, neu, 29'022 Stimmen. Sie rückt für Thierry Burkart (Ständerat) nach.
Ruth Humbel, CVP, bisher, 34'469 Stimmen.
Marianne Binder-Keller, CVP, neu, 27'202 Stimmen.
Irène Kälin, Grüne, bisher, 34'501 Stimmen.
Beat Flach, GLP, bisher, 25'748 Stimmen.
Lilian Studer, EVP, neu, 13'740 Stimmen.

Hansjörg Knecht, SVP. bisher, 73'587 Stimmen. – Er ist im 2. Wahlgang am 24. November zum Ständerat gewählt worden.

PATRICK B. KRAEMER