Die Fricktaler Exekutivspitzen greifen GLP-Grossrat Roland Agustoni im Kampf um eine Taktverbesserung auf dem S1-Ast zwischen Stein und Laufenburg unter die Arme. An ihrer Versammlung sprachen sich die Gemeindeammänner des Bezirkes Laufenburg einstimmig dafür aus, ein Schreiben zu unterzeichnen, das jeden Grossrat persönlich auffordert, der Motion 17.258 zuzustimmen.

In dieser fordert Agustoni die Einführung eines Halbstundentaktes der S1. Franco Mazzi, FDP-Grossrat und Präsident der Gemeindeammänner-Konferenz Bezirk Rheinfelden, bestätigt, das auch sämtliche Exekutiv-spitzen aus dem unteren Fricktal das Schreiben an die Grossräte unterzeichnen werden. «Wir müssen hier gesamtfricktalerisch denken», so Mazzi. Weiter sei Laufenburg gemäss Richtplan ein ländliches Zentrum, jedoch sei der öffentliche Verkehr für diese Zentrumsfunktion zu schwach ausgebaut.

Agustoni ist über diese breite Unterstützung der Fricktaler Gemeindeammänner «glücklich und froh». Sie zeige deutlich, dass es sich bei dem geforderten Halbstundentakt eben um «keine Motion Agustoni», sondern um eine Motion handelt, «hinter der eine ganze Region steht». Für Agustoni ist klar, dass der Halbstundentakt für die Region «nicht nur ein Bedürfnis, sondern ein Muss» ist. Dies auch im Hinblick auf die weitere Areal-Entwicklung des Sisslerfeldes. Hier ist der Strassenverkehr bereits jetzt «am Anschlag». «Wir müssen mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs diesen massiven Pendlerströmen entgegenwirken», so Agustoni.

Von dem Argument des Regierungsrates, dass mit knapp 800 Reisenden pro Tag der Abschnitt Stein-Säckingen– Laufenburg ein zu geringes Nachfragevolumen habe und die Einführung des Halbstundetaktes nicht gerechtfertigt sei, hält Agustoni wenig. «Das Angebot muss ja erst einmal da sein, damit es überhaupt genutzt werden kann», so Agustoni, der hofft, dass das Schreiben der Fricktaler Gemeindeammänner in Aarau Anklang findet, wenn dort Anfang Juni über die Motion abgestimmt wird.

Dies hofft auch der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss, der sich enerviert, dass die Region Laufenburg in Sachen Bahnverkehr in den letzten Jahren aussen vor gelassen wurde. «Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass wir lediglich einen Stundentakt haben, während andere einen Viertelstunden-Takt bekommen.» Für Weiss ist klar, dass das Angebot für viele Pendler in der Region alles andere als optimal ist: «Wer will denn heute noch bis zu einer Stunde auf den nächsten Zug warten?», fragt Weiss und schiebt nach, dass man sich dann nicht wundern darf, dass zu den Verkehrsspitzen morgens und abends der Verkehr durch Laufenburg und um das Sisslerfeld zum Stillstand kommt. «Wir brauchen den Halbstunden-Takt, damit unsere Region attraktiv bleibt», so Weiss.

«Druck von der Strasse nehmen»

Roger Fricker, Präsident der Gemeindeammänner-Vereinigung des Bezirks Laufenburg, sieht das ähnlich. «Wir brauchen das zusätzliche Bahnangebot, um den Druck von der Strasse zu nehmen und einem Verkehrskollaps entgegenzuwirken.» Genau aus diesem Grund hätten sich auch die anwesenden Gemeindeammänner einstimmig dafür entschieden, die Motion von Agustoni zu unterstützen. «Ich gehe davon aus, dass durch den Appell sämtlicher Gemeindeammänner einer Region, dem Grossen Rat deutlich wird, wie wichtig das zusätzliche Bahnangebot für das Fricktal ist», so Fricker.