Leerwohnungen

300 leere Wohnungen – und trotzdem wächst Rheinfelden weiter

Grosse Überbauungen wie der Salmenpark beeinflussen die Leerwohnungsstatistik, da sie schrittweise bezogen werden.

Grosse Überbauungen wie der Salmenpark beeinflussen die Leerwohnungsstatistik, da sie schrittweise bezogen werden.

Im Zähringerstädtchen stehen am zweitmeisten Wohnungen im ganzen Kanton leer. Stadtschreiber Roger Erdin erklärt, warum das kein Grund zur Sorge ist.

In Zeiten der Olympischen Spiele belegt Rheinfelden einen Podestplatz der unerwünschteren Sorte: 300 leere Wohnungen hat der Kanton Aargau für Rheinfelden am Stichtag, 1. Juni, erfasst. Das sind 44 leere Wohnungen mehr als vor Jahresfrist und gar 106 mehr als 2014.
Kantonsweit bedeutet dies den zweiten Platz. Nur in Mellingen stehen noch mehr Wohnungen leer – 327 an der Zahl. Im Fricktal ist Rheinfelden damit deutlich Spitzenreiter. Dahinter folgt mit Laufenburg der andere Bezirkshauptort mit 57 leeren Wohnungen.

Doch wie kommt diese hohe Zahl in Rheinfelden zustande? Hat die Stadt an Attraktivität eingebüsst? Stadtschreiber Roger Erdin gibt Entwarnung. «Rheinfelden ist ungebrochen attraktiv», betont er. Seit Anfang Jahr sei Rheinfelden um rund 260 Personen gewachsen. Seit 2012 gar um rund tausend Personen. Im gleichen Zeitraum wurden rund 600 neue Wohnungen in Betrieb genommen.

«Der statistisch ausgewiesene Leerwohnungsbestand schwankt jeweils mit der Bezugsbereitschaft neuer Überbauungen», erklärt Erdin. Im Salmenpark etwa wurden seit Anfang Jahr rund 150 Wohnungen schrittweise bezugsbereit. «Aus der Erfahrung mit dem Neubaugebiet im Weiherfeld Ost wissen wir, dass es ein bis zwei Jahre dauern kann, bis neue grosse Überbauungen bezogen sind und nur noch einen durchschnittlichen Leerwohnungsbestand aufweisen», so Erdin weiter. «Wir dürfen deshalb annehmen, dass die aktuelle Leerwohnungszahl im Zusammenhang mit der Überbauung Salmenpark steht und eine vorübergehende Erscheinung ist.»

Im Juli, also nach dem Stichtag der Leerwohnungszählung, sind bereits wieder knapp 100 Personen zugezogen. «Wenn durchschnittlich zwei Personen eine Wohnung belegen, sinkt der Leerwohnungsbestand dadurch um 50 Wohneinheiten», rechnet Erdin vor. Das Wachstum neuer Wohnungen wird sich gemäss dem Stadtschreiber in den nächsten beiden Jahren aber etwas verlangsamen. Bis Ende 2017 werde die Überbauung Kaiserstrasse mit rund 40 Wohnungen bezugsbereit sein. Die nächsten grösseren Überbauungen erfolgten dann voraussichtlich auf dem Densa-Areal und im Salmenpark (zweite Etappe). Hier seien Projekte in Planung, Baugesuche lägen aber noch keine vor, so Erdin weiter.

Leere Wohnungen 2016

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