Frick
«30 Sekunden Zeitgewinn auf dem Schleichweg»

Die Abkürzung ist bei zahlreichen Fahrzeuglenkerinnen und -lenkern beliebt: Schupfart–Frick via Seckenberg. Allerdings bringt sie bloss einen geringen Vorteil, wie Bauverwalter Harri Widmer herausgefunden hat.

Walter Christen
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So bleibt einem der (Um-) Weg über Eiken erspart, meinen viele und vergessen darob das Denken beim Lenken. Denn der Schleichweg bringt in Tat und Wahrheit gar keinen grossen Zeitvorteil. Dies hat die az Aargauer Zeitung in einem Gespräch mit Fricks Bauverwalter Harri Widmer erfahren: «Der Unterschied macht insgesamt höchstenfalls einen Zeitgewinn von etwa 30 Sekunden aus. So viel schneller ist man also durch den Wald via Seckenberg nicht. Ich wollte es nämlich genau wissen und habe es mit dem Auto selber getestet. Und distanzmässig macht übrigens die vermeintliche Abkürzung auch bloss etwa 2 Kilometer aus, die via Seckenberg weniger zurückzulegen sind.»

Mit der Abkürzung ist es nun bald vorbei, denn der Gemeinderat Frick hat folgende Verkehrsbeschränkungen erlassen: Lammat, Moos, Wolberg: Verbot für Motorwagen und Motorräder. Mit dem Zusatz: ausgenommen Zubringerdienst. Standorte: Weiherweg (Abzweigung Lammat in Richtung Moos); Abzweigung Schützenweg; Abzweigung Steig; Richtung Deponie Seckenberg; Abzweigung Wendelhof (Richtung Frick). Weiter ist ein Verbot vorgesehen für Motorwagen und Motorräder sowie Mo-
torfahrräder. Zusatz: ausgenommen Land- und Forstwirtschaft. Standort: Abzweigung Ritzlete-Weiher.

Einwände gegen diese Verkehrsbeschränkungen konnten bei der verfügenden Behörde innert 30 Tagen geltend gemacht werden, das heisst bis zum 28.September. Die Einsprachen mussten einen Antrag und eine Begründung enthalten. Die Verkehrsbeschränkungen werden jedoch erst nach erfolgter Signalisation rechtskräftig.

Es gab tatsächlich eine Einsprache mit mehreren Unterschriften gegen die vom Gemeinderat verfügte Verkehrsbeschränkung. Verbote finden logischerweise nicht nur Befürworter. «Wir wollen vermeiden, dass sich der Verkehr bis in Richtung Dammstrasse ergiesst; die Fahrzeuge sol-
len auf den Hauptverkehrsachsen bleiben», betonte Bauverwalter Harri Widmer. Im Fall des Schleichwegs am westlichen Ortsrand von Frick geht es nämlich auch noch um den Schutz der Anwohner des Weiherwegs, der erstens schmal ist und zweitens kein Trottoir aufweist.

Hindernisse und Tempo 30

Gemeindeschreiber Heinz Schmid erinnert sich: «Auf dieser Strecke wurde schon immer relativ schnell gefahren, sodass die Anwohner verkehrsberuhigende Massnahmen verlangten.» Die Gemeinde hat reagiert und auf der Strasse verschiedene so genannte Aufplattungen anbringen lassen, um den Verkehr zum langsameren Fahren zu zwingen. Darüber hinaus befindet sich im betreffenden Bereich eine Tempo-30-Zone.

«Unglaublich, wie gerast wird»

«Das nützt alles nichts. Es ist unglaublich, wie hier auf dem langen und schnurgeraden Strassenstück gerast wird. Die meisten Autos verlangsamen trotz der künstlichen Erhebungen auf der Strasse nicht mal das Tempo. Besonders tragisch ist es auch für die Tiere, denn hier findet auf der Strasse jedes Jahr ein grosses Sterben statt, wenn die Amphibien zu ihrem Laichzug aufbrechen», war von einer Anwohnerin zu erfahren.