Laufenburg
30 Objekte von Käthy Bohrer-Gut im «Augenblick»

Eine besondere Ausstellung ist derzeit im Kunsthandwerkladen «Augenblick» zu sehen. Käthy Bohrer-Gut aus Frick zeigt 30 Objekte ihres insgesamt ausserordentlich umfangreichen Schaffens.

Ingrid Arndt
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Käthy Bohrer zeigt in Laufenburg ihr faszinierendes Kunstschaffen. ari

Käthy Bohrer zeigt in Laufenburg ihr faszinierendes Kunstschaffen. ari

Käthy Bohrer-Gut aus Frick zeigt 30 Objekte ihres ausserordentlich umfangreichen Schaffens. Es sind berührend faszinierende, sensible Werke, aus Papier gewobene Bilder. Werke, die den Betrachter nicht nur fesseln durch die ungewöhnliche Art ihres Entstehens, sondern auch begeistern durch Ideenreichtum, Gefühlstiefe und einer millimetergenauen Exaktheit, die wohl dem ehemals erlernten Beruf der Künstlerin als Hochbauzeichnerin geschuldet ist.

Martin Suter, Mitbetreiber vom «Augenblick», sagte bei der Eröffnung der Vernissage, dass Käthy Borer-Gut lange Jahre eine Suchende auf einem kreativen Weg war, bis sie ihre Passion gefunden hatte, das Spinnen und Weben aus filigran geschnittenen Papierstreifen. Sie probierte, in das Gewobene auch Kunststoff oder feine Drähte einzuarbeiten, sie auf Aluplatten zu montieren, gab damit ihren Objekten eine räumliche Dimension. Verwendet wird recyceltes Papier, Verpackungsmaterial, alte Zeitungen, Seidenpapier oder auch die Schwänze von Schoggimäusen. Anschliessend folgt das Spinnen mithilfe einer einfachen Spindel sowie das Weben auf einem herkömmlichen Webstuhl. Das Ergebnis sind Kunstwerke mit einer ganz persönlichen Handschrift. Seit einiger Zeit sind, kaschierte Objekte hinzugekommen, kleine Skulpturen, natürlich ebenso aus Papier.

Zu bestaunen sind feine Blumenlandschaften, Tierbilder, magische Schatten, japanische Briefmarken, Augen wie Fenster und vieles mehr. Das Thema «dazwischen» inspirierte die 57-Jährige, Papierfäden mit Kettfäden zu verarbeiten, auf Aluplatten aufzubringen und jene dritte Dimensionen in Schwarz und Weiss zu kreieren. Klare Linien und Quadrate dominieren hier. Jedes Werk hat eine eigene Geschichte und erzählt sie auch. Ebenso eindrücklich sind ihre kaschierten Bilder, Werke aus mehreren Schichten Papier, angefangen mit Seidenpapier über Druckpapier bis hin zu handgeschöpften japanischen. Das Material wird mit Leim getränkt und auf ein gegenständliches Objekt vorne aufgetragen, etwa eine Barbiepuppe. Nach dem Trocknungsprozess wurde die Puppe entfernt und die entstandene Skulptur in einem schwarzen Rahmen befestigt, um so die schlanke Form zu unterstreichen.

Eine extrem spannende Tätigkeit mit magischen Momenten, wie die Künstlerin betonte. Die Dinge verändern sich ständig, völlig Neues entsteht. Ihre Botschaft ist: Abtauchen in eine andere Welt, einzigartige Objekte mit versteckten Erzählungen entdecken ausgeführt in besonderen Materialkombinationen und Kontrasten.