Bereits im Frühjahr erging eine Einladung zu einem erneuten Besuch der Schwestergemeinde. Die Kontakte liefen wie seit dreissig Jahren über den dortigen Hugo Göbel und Urs Müller in der Schweiz. Wieder war wie erstmals vor 30 Jahren das Kirchweihfest das gegebene Datum.

Die Anfahrt über den nebelverhangenen Schwarzwald war von der Witterung her nicht sehr verheissungsvoll, doch beim Eintreffen in Kaisten um die Mittagszeit herrschte strahlender Sonnenschein. Ein herzlicher Empfang mit einer frisch aufspielenden jugendlichen Blaskapelle eröffnete den Willkomm durch den zweiten Bürgermeister Anton Gössmann und der im Ort wohnenden Gemeinderätin Dr. Sandra Brosig. Dass der Begrüssung auch der frühere Bürgermeister Walfried Kaufmann beiwohnte, wurde sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Er war der „Mann der ersten Stunde", hatte sehr engen Kontakt mit unserem damaligen Gemeindeammann Hermann Senn und ihnen beiden war die Partnerschaft zwischen den beiden Ortschaften immer ein Herzensanliegen.

Besuch einer Kleinbrauerei

Nach einem feinen Mittagessen im Vereinshaus der freiwilligen Feuerwehr folgte der Zimmerbezug bei den Gastfamilien. Viele kannten sich bereits und für die erstmals Mitreisenden waren die guten Kontakte bald hergestellt. Beim nachmittäglichen Ausflug über die sanfte Hügellandschaft gab Hugo Göbel kompetente Erklärungen zu Örtlichkeiten und besonderen Vorkommnissen. Der Abstecher nach Werneck galt dem Besuch der dort noch florierenden Bierbrauerei, einem Kleinbetrieb der den Übernahmegelüsten der Branchengrossen bis heute mit Erfolg Paroli bieten konnte. Dass der edle Gerstensaft anschliessend noch zu Gemüte geführt wurde, bräuchte eigentlich keiner besonderen Erwähnung.

Freundschaftliches Beisammensein am Abend

Der gemütliche Abend im Beisein der Gastfamilien begann im Kirchgemeindehaus mit einem währschaften und feinen Essen. Die im Anschluss daran von Urs Müller auf die Grossleinwand projizierten Bilder über die früheren Begegnungen von hüben und drüben, fanden grosses Interesse und liessen manch schöne Erinnerungen wieder aufleben. Die anschliessend aufspielende Blaskapelle brachte bald eine Bombenstimmung in den Saal und die aufkommende Reisemüdigkeit war bald verflogen.

Beim Kirchweihfest gehört der Gottesdienstbesuch am Sonntagmorgen zum festen Bestandteil. Ja und heuer waren der Teilnehmer weit mehr als in früheren Jahren, vermerkte eine im Ort wohnende Kirchgängerin. Das Versagen der in die Jahre gekommenen Kirchenorgel wurde mit kräftigem Mitsingen kompensiert und tat dem Gotteslob keinen Abbruch. Wer anschliessend einen kurzen Rundgang durch das 250 -Seelen-Dorf tat, dem waren die gepflegten Häuser und schönen Vorgärten augenfällig. Ein letztes Mal hiess es an einen reich gedeckten Tisch sitzen und sich für die Heimreise stärken.

Der Abschied nach so vielen schönen Stunden ist immer sehr bewegend. Geschenke und Dankesadressen wurden ausgetauscht, man sprach von einem Wiedersehen in nicht allzu ferner Zeit und hatte dazu bereits eine Vision: den Kaister Fasnachtssonntag im Jahre 2014. Wie dem auch sei: Urs Müller, dem für seine tadellose Organisation ein grosses Lob gebührt, wird es zusammen mit Hugo Göbel in Kaisten-D schon richten. Übrigens, die Ankunftszeit der Reisegesellschaft am Sonntagabend war für 21 Uhr terminiert. Um 21.01 hielt der Car vor dem Kaister Gemeindehaus, dem sagt man perfektes Timing nach fünfeinhalbstündiger Fahrt.