Fricktal

28 Wildschweine an einem Tag erlegt – warum die Population grösser wird

Derzeit haben die Jagdgesellschaften aufgrund der grossen Wildschein-Population alle Hände voll zu tun. Archiv

Derzeit haben die Jagdgesellschaften aufgrund der grossen Wildschein-Population alle Hände voll zu tun. Archiv

Die Schwarzkittel-Population hat in den Fricktaler Wäldern zugenommen – ebenso das Ausmass der Verwüstung und die Abschusszahlen in den Jagdrevieren: An nur einem Tag wurden zwei Wildschweine mehr erlegt als in der kompletten letzten Jagdsaison.

Drei Faktoren sind es gewesen, die zu der aussergewöhnlichen hohen Anzahl von 28 erlegten Wildschweinen innerhalb einiger Stunden in den Jagdrevieren Rheinfelden West und Olsberg Nord geführt haben (die AZ berichtete). «Optimales Wetter, eine super Organisation und gute Jagdhunde», zählt sie Jagdaufseher Daniel Gerber auf.

Damit wurden an einem Tag in den beiden Jagdrevieren zwei Wildschweine mehr erlegt als in der kompletten letzten Jagdsaison. «Ein solche Anzahl an einem Tag ist sehr aussergewöhnlich», sagt Gerber. Sie dürfte sogar kantonsweit einzigartig sein.

Ist diese hohe Abschusszahl ein Anzeichen dafür, dass die Schwarzkittel-Population auch in anderen Fricktaler Jagdrevieren zugenommen hat? Fritz Ledermann, Jagdaufseher im Revier Sulz-Laufenburg, kann dies bejahen. «Bereits jetzt haben wir an die 20 Schwarzkittel geschossen. So viele wie in der gesamten letzten Saison.»

Erst am Sonntagmorgen konnte er beobachten, wie eine Rotte von rund zehn Wildschweinen einen Acker in Ittenthal umpflügte. «Jetzt, wenn der Boden feucht ist, kommen sie aus dem Wald auf die Felder und sind auf der Suche nach Eiweissbomben wie Emmerlingen», sagt Ledermann.

Die Jagdgesellschaft wird sich nun auf die Lauer legen, um weitere Verwüstungen zu verhindern. Ziel ist es, möglichst noch vor der bald anstehenden Paarungszeit einige erwachsene Tiere zu erlegen. «Gelingt uns dies, hat das einen grossen Einfluss auf die Populationsgrösse im nächsten Jahr», weiss Ledermann.

Wildschweine gingen in Aarau im September in die Video-Falle:

Die Wildsau-Rotte auf ihrem Weg hin ... und zurück.

Tiere durchqueren den Rhein

Mit 42 Wildschweinen wurden die meisten im Fricktal im letzten Jahr im Jagdrevier Wittnau-West erlegt. Mit 30 Abschüssen bis dato wird man diese Anzahl bis Ende Dezember wieder erreichen, schätzt Jagdaufseher Arthur Müller.

«Die Zunahme der Population ist auf das Nahrungsangebot zurückzuführen. Haselnüsse und Bucheckern waren in den letzten beiden Jahren üppig vorhanden», sagt Müller. Durch den starken Frost im Frühling sähe dies momentan jedoch anders aus, was sich bereits nächstes Jahr hemmend auf das Populations-Wachstum auswirken könnte.

Im Jagdrevier Möhlin Nord wurden bisher 25 Wildschweine und damit bereits fünf mehr als im letzten Jahr erlegt. «Aufgrund der Treibjagd auf der deutschen Seite, sind in diesem Jahr viele Schwarzkittel über den Rhein geschwommen und durch unser Revier gestreift», erzählt Jagdaufseher Armin Waldmeier. So fällt in diesem Jahr auch das Ausmass an Wildschäden um einiges höher aus als 2016.

Um einiges grösser sind auch die Wildschäden im Jagdrevier Möhlin Süd. «Wir haben zwar mehr Wildschweine als im letzten Jahr, können aber in diesem Jahr kaum welche erlegen», sagt Jagdaufseher Willy Itin.

Der Grund hierfür ist, dass derzeit Bohrungen bei der Saline stattfinden – dort, wo sich die grösste Rotte aufhält. «Wenn Menschen in der Nähe arbeiten, kann man natürlich nicht schiessen», sagt Waldmeier. Diese Situation nutze die Wildschweinrotte aus und vertilgte 80 Prozent eins Maisfeldes, das sich in der Nähe des Bohrplatzes befand.

Aufgrund der bisherigen Meldungen aus den Jagdrevieren geht Thomas Stucki, Leiter der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons, davon aus, dass die Abschusszahlen auch in diesem Jahr wieder sehr hoch ausfallen.

Insgesamt wurden in der letzten Jagdsaison 1126 Wildschweine im Kanton erlegt. Davon 528, rund 47 Prozent, in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden.

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Autor

Dennis Kalt

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