Stein
250'000 Franken kassiert - Detektiv entlarvt Versicherungsbetrüger

Ein 59-järiger Kosovare aus Stein im Fricktal kann nach einem Autounfall nicht mehr arbeiten. Er bekommt über Jahre Versicherungsgelder. Die Versicherung jedoch traut der Sache nicht und setzt einen Detektiv ein. Prompt überführt er den Mann.

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Philippe Häner, Verteidiger von Selim S.

Philippe Häner, Verteidiger von Selim S.

Tele M1

Während mehrere Jahre bezieht Selim S. fast 250'000 Franken Versicherungsgelder. Die Zahlungen hätten vermutlich noch Jahre weitergehen können, hätte die Versicherung des Unfallverursachers, den Kosovaren nicht überwachen lassen.

Mehrere Male beobachtet ein Detektiv, wie Selim S. fleissig an seinem Haus arbeitet. Doch eigentlich leide er unter Ohnmachtsanfällen und dürfe keine Lasten heben, die schwerer als sechs Kilo seien, so gibt der ehemalige Vorarbeiter einer Strassenbaufirma nach dem Autounfall an.

Laut Beobachtungsbericht habe der Mann aber schwere Steinplatten geschleppt und sei mit dem Auto gefahren, obwohl er das angeblich nicht könne.

Verteidiger: Er sei kein Simulant

Selims Verteidiger, Philippe Häner sagt, «Der Unfall geschah im 2002. Die Beobachtungen fingen im 2004 an». Weitere gab es im 2006. Jetzt seien wieder sieben Jahre vergangen und Selim S. sei älter und es ginge ihm schlechter als damals noch. Ein Simulant sei Selim S. nicht, sagt Häner.

Dies sei ein klassischer Fall, sagt Roger Bolt, von der Suva. Solche Fälle würden leider zunehmen. «Wir bearbeiten pro Jahr 280 bis 300 Fälle», sagt Bolt.

Medikamente seien Schuld

Für den Hausarzt von Selim S. ist es ein Rätsel, wie der 59-Jährige trotz seiner Gebrechen so schwere Arbeiten verrichten konnte. Möglicherweise liege es an den Medikamenten, die er bekam. Diese Einschätzung würde den Verunfallten eigentlich entlasten.

Doch der Gutachter der Suva widerspricht: «Wer unter solch starken Beschwerden leidet, kann auch mit Medikamenten nicht arbeiten.»

Derselben Ansicht ist auch das Bezirksgericht Rheinfelden und verurteilt Selim S. wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis bedingt mit einer Probezeit von vier Jahren. (gal)

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