Kaiseraugst
25 Jahre Geläut: Reformierte in Kaiseraugst feiern ihre Kirchenglocken

Am Sonntag waren die Reihen in der reformierten Kirchgemeinde in Kaiseraugst voll. Es gab auch einen besonderen Anlass: 25 Jahre Glockenkirchturm. Der Anlass wurde musikalisch vom Jodlerklub Rheinfelden-Laufenburg umrahmt.

Hans Christof Wagner
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Der Jodlerclub Rheinfelden-Laufenburg untermalte musikalisch die 25-Jahre-Feier. hcw

Der Jodlerclub Rheinfelden-Laufenburg untermalte musikalisch die 25-Jahre-Feier. hcw

AZ

Die drei Glocken «Dona nobis pacem» entfalteten ihre grosse Klangfülle, als sie gegen 9 Uhr 50, zehn Minuten vor Beginn des Gottesdienstes, in Gang gesetzt wurden. Die Kirchgemeinde feierte, dass die Glocken vor 25 Jahren, am 2. Juli 1988, auf den offenen Glockenturm hinauf gezogen und dort aufgehängt wurden.

Über die Vorgeschichte und den Verlauf des Projekts erinnerte Bruno Wartmann, Präsident des reformierten Gemeindevereins Kaiseraugst. 1986 sei der Beschluss zur Aufstellung des Turms und der Anfertigung der drei Glocken ergangen – mit 24 Ja-Stimmen, wie Wartmann berichtete.

Dennoch gingen noch zwei Jahre ins Land, bis die Finanzierung des Projekts stand. Dank Zuwendungen von Stiftungen und der Ortsbürgergemeinde und mittels Basaren und «Backstein»-Verkäufen habe man die Kosten in Höhe von 173 000 Franken aufbringen können.

118 000 Franken kostete der Turm. 55 000 Franken verlangte die Giesserei Rüetschi in Aarau für die Anfertigung der drei Glocken – 460, 220 und 140 Kilo schwer. Fotos von damals, die am Sonntag während des Gottesdienstes zu sehen waren, zeigten auf, wie festlich der Glockenaufzug von 1988 seinerzeit vonstatten ging.

«Wir haben heute allen Grund, Gott zu loben und zu danken», sagte Pfarrerin Esther Borer-Schaub. Glocken seien Signal für den Beginn des Gottesdienstes, führte sie aus. Schon im 5. Jahrhundert hätten sich die Gläubigen von ihren Klängen angezogen gefühlt.

«Von Glocken geht bis heute eine grosse emotionale Wirkung aus», sagte sie. Manche fühlten sich durch das Läuten gestört, andere ziehe es geradezu an und wiederum anderen sei es gleichgültig. Das Fehlen des Glockengeläuts aber würden dennoch alle vermissen. «Und Glaube wird durch das Hören vermittelt», sagte Esther Borer-Schaub.

Der Jodlerklub Rheinfelden-Laufenburg umrahmte den Gottesdienst musikalisch. Die Männer und Frauen sangen dem Anlass entsprechende Lieder. Auch Katechetin Ursula Zuppinger erzählte eine zum Thema Glocken passende Geschichte.

Begleitet wurde sie dabei von Drittklässlern, die mit Kuhglocken in die Erzählung einstimmten. Die Kinder formulierten auch die Segenswünsche an Milena Ina, einem Mädchen, das Pfarrerin Esther Borer-Schaub im Festgottesdienst am gestrigen Sonntag taufte.