Wölflinswil-Oberhof/Kienberg
225 Unterschriften gegen den Windpark Burg gesammelt

Der Windpark Burgist erst in Planung. Trotzdem macht sich bereits Widerstand breit: «Rücksichts- und masslos, ohne jeden Respekt vor der Juralandschaft» betiteln die Gegner den Windpark.

Walter Christen
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Der Messmast soll Aufschluss über die Windverhältnisse im Gebiet des geplanten Windparks Burg/Mühlacher in Kienberg geben. chr

Der Messmast soll Aufschluss über die Windverhältnisse im Gebiet des geplanten Windparks Burg/Mühlacher in Kienberg geben. chr

Die Pläne für den Bau eines Windparks im Gebiet Burg/Mühlacher auf der Hochebene zwischen Kienberg SO und der Fricktaler Gemeinde Oberhof stösst bei den Gegnern auf Unverständnis. Die «Arbeitsgruppe Burg Wölflinswil-Oberhof und Region» wendet sich seit Bekanntwerden des Projekts gegen diese Anlage, die sie als «rücksichts- und masslos, ohne jeden Respekt vor der Juralandschaft» bezeichnet.

Landschaft als beste Referenz

Aktuell hat die Arbeitsgruppe bereits 225 Unterschriften gesammelt gegen den Windpark Burg, davon 172 in Wölflinswil und 37 in Oberhof. «Diese Aktion wird weitergeführt», erfuhr die az Aargauer Zeitung von Peter Bircher. Er gehört der Arbeitsgruppe an und meinte: «Der intakte Landschaftsraum bei uns ist und bleibt die beste Referenz für eine massvolle Entwicklung unserer Jura-Wohndörfer.»

Im Rahmen der Energiewende sieht die «Arbeitsgruppe Burg Wölflinswil-Oberhof und Region» vorab die Nutzung der Sonnenenergie, ebenso das energiesparende Bauen sowie alle Spar- und Effizienz-Aktivitäten unter dem Label «Energie-Stadt», für das sich die Gemeinde Wölflinswil schon vor einiger Zeit entschieden hat.

Auf die Frage der az Aargauer Zeitung, ob die Unterschriften gegen den Windpark Burg etwa als Petition in Wölflinswil, Oberhof oder Kienberg eingereicht würden, hielt Peter Bircher fest: «Es ist gegenwärtig noch offen, in welcher Form wir uns manifestieren. Die Unterschriftensammlung wird einstweilen fortgesetzt.»

Windmessungen haben begonnen

Nachdem der rund 100 Meter hohe Gittermast wegen zu starken Windes(!) anfänglich gar nicht vollständig errichtet werden konnte und daher die Messinstrumente bis vor kurzem noch fehlten, ist die Einrichtung inzwischen komplett installiert; die Windmessungen haben vor wenigen Tagen begonnen, wie die az Aargauer Zeitung vom Kienberger Gemeindepräsidenten Christian Schneider in Erfahrung bringen konnte: «Die Instrumente am Messmast werden mindestens ein Jahr lang die Windverhältnisse aufzeichnen. Einmal täglich sendet die Anlage die ermittelten Werte wie Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Temperatur und Feuchtigkeit via Mobiltelefonnetz an eine Zentrale.»

Erst nach Auswertung der Daten wird sich zeigen, ob der Bau von fünf Windenergieanlagen – eine davon möglicherweise im Gebiet Burg in Oberhof – die wirtschaftlichen Kriterien zu erfüllen vermag.