Wohnten Ende 2013 noch 5113 Personen in der Zentrumsgemeinde im oberen Fricktal, waren es zu Beginn dieses Jahres 5483 Personen. Dies entspricht einer Zunahme von 7,2 Prozent innert fünf Jahren. Solch ein Wachstum geht meistens mit einem Ausbau der Infrastruktur einher. So soll im Fall der Gemeinde Frick – so der Plan von Noé Stranieri-Melina – die Anzahl der Kindertagesstätten-Plätze steigen. Das entsprechende Baugesuch für die Umnutzung eines Büros an der Hauptstrasse 27 zu einer Kita liegt am Freitag auf der Bauverwaltung auf.

«Läuft alles nach Plan, startet der Betrieb meiner Kita per 1. April», sagt Stranieri. Die 22-jährige Mutter eines acht Monate alten Sohnes hat in einer Rheinfelder Kindertagesstätte eine Ausbildung zur Fachfrau Betreuung absolviert und möchte nun mit dem «Nido» – zu deutsch: Nest – ihren Traum verwirklichen. «Mir ist die Arbeit mit Kindern ans Herz gewachsen. Jetzt will ich mein eigenes Konzept etablieren, das den Kindern mehr Freiraum lässt», sagt sie. So sei in vielen Kitas der Zeitplan streng getaktet. «Wenn die Kinder gerade mit Eifer am Basteln sind, dann kann man das Znüni auch mal eine halbe Stunde nach hinten verschieben», sagt Stranieri.

Mal- und Bastelatelier im Keller

Zwei Geschosse mit vier Räumen, in denen ehemals Pro Senectute domiziliert war, soll die Kita haben. Neben einem grossen Gruppenraum, einem Schlaf- und einem Spielzimmer wird Stranieri im Untergeschoss ein Mal- und Bastel-Atelier einrichten. Dazu kommt eine offene Küche, in der das Essen zubereitet wird. «Die Räumlichkeiten bieten Platz für maximal 13 Kinder», sagt Stranieri, welche die Kindertagesstätte vor Ort leiten wird. Eingestellt hat Stranieri bereits eine Betreuerin. Hinzukommen sollen eine Auszubildende sowie eine Köchin. Wichtig für Stranieri ist, dass aus Sicherheitsgründen die Räumlichkeiten auch von der Hinterseite des Gebäudes – abseits der Hauptstrasse – zugänglich sind.

Verhehlen kann Stranieri nicht, dass sie den Druck schon ein wenig spürt. «Personal, Mietzins, Essen – das alles muss bezahlt werden. Natürlich ist ein kleines Risiko dabei.» Sie habe sich den Schritt jedoch reiflich überlegt und sei zum Schluss gekommen, dass die Nachfrage nach einer dritten Kindertagesstätte in Frick bestehe. «Die anderen Kitas haben Wartelisten. Ich bin zuversichtlich, dass ich mich nach einer Anlaufphase mit meinem Angebot etablieren kann.»

Gemeinderat zeigt sich positiv

Derzeit hat die Gemeinde Frick mit dem Kinderhaus Villa Kunterbunt und dem Chinderhuus Dino zwei Kitas mit insgesamt 60 Plätzen. Gemeinderätin Susanne Gmünder Bamert befürwortet den Entscheid, eine dritte Kita in Frick zu eröffnen und ist der Auffassung, dass für eine solche auch die Nachfrage besteht. «Die Gemeinde hat dafür gesorgt, dass es ein gut ausgebautes Angebot an ergänzenden Tagesstrukturen gibt. Genauso wichtig ist es, dass genügend Betreuungsplätze für Kleinkinder angeboten werden», sagt Bamert. Dies auch vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die immer mehr das Bedürfnis der Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe.

Stephanie Agbovi, Krippenleiterin vom Kinderhaus Villa Kunterbunt, geht davon aus, dass es die neue Kita nicht leicht haben wird. «Mit zwei Kitas ist die Nachfrage in der Gemeinde bereits gut abgedeckt.» Zusätzlich hätte das Kinderhaus Villa Kunterbunt als Dienstleister, das schon seit mehr als zehn Jahren Kinder betreute, einen Vertrauensbonus gegenüber einer neuen Institution, schiebt Agbovi nach. Zwar seien an einigen Wochentagen alle 40 Betreuungsplätze vergeben, dafür sei die Warteliste derzeit leer. «Es werden wieder Plätze frei, wenn im Sommer einige der Kinder, die wir betreuen, in den Kindergarten kommen», sagt Agbovi.

Manuela Jufer vom Chinderhuus Dino sieht das ähnlich. «Zwei Kitas auf engstem Raum sind ausreichend. Hinzu kommt noch die Kita Wolkehuesli, ein Dorf weiter, in Oeschgen.»