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21. Fricktaler Blues Festival - Powerfrau aus Irland begeistert

Ganz schön wuchtig: Die Grainne Duffy Band entzückte im Fricks Monti.

Ganz schön wuchtig: Die Grainne Duffy Band entzückte im Fricks Monti.

Das 21. Fricktaler Blues Festival im Fricks Monti enthielt alle Zutaten für eine rauschende Party.

Kein Jubiläum, trotzdem eine Riesensause: Das 21. Fricktaler Blues Festival im Fricks Monti enthielt alle Zutaten für eine rauschende Party – eine Powerfrau aus Irland, ein Vizeweltmeister und die Gralshüter des uramerikanischen Blues machten aus dem Kinosaal einen Hexenkessel.

Die Heizung war nicht nötig

«Es gibt für einen Veranstalter doch nichts Schöneres, als wenn er die Heizung abschalten kann», bemerkte Gastgeber Philipp Weiss in einer Pause. Die Heizung hätte er wahrscheinlich auch bei ein paar Minusgraden draussen abschalten können, so viel Wärme produzierten Gäste, Musiker und das technische Gerät in dem gemütlichen Saal. Wobei: Gemütlichkeit war an den zwei Abenden nicht unbedingt das, was in Erwartung stand. Zumindest im musikalischen Bereich. Denn wo die Grainne Duffy Band, Michael van Merwyk & Bluesoul und The Holmes Brothers auftreten, geht es zur Sache.

Den Freitagabend bespielte als Erste Grainne Duffy mit ihrer dreiköpfigen Band. Die junge Irländerin wird stimmlich oft mit Bonnie Raitt in Verbindung gebracht, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist: Janis Joplin und Led Zeppelin scheinen ihr näher zu sein. Wo Raitt gerne mal in der Gegend herumschunkelt, geht Duffy ab wie eine Rakete.

Aufgestellte Nackenhaare

Ihr Gitarrenspiel war im Monti selbst dann noch unglaublich melodiös und präzise, wenn sie auf die Tube drückte. Ebenso ihr Gesang: Eine Ballade kriegte Grainne Duffy so gefühlvoll rüber, dass es einem die Nackenhaare, sofern vorhanden, aufstellte. Im nächsten Stück hing sie Knall auf Fall wieder die Rockgöre raus. All das und noch viel mehr rundete die exzellente Band an ihrer Seite ab.

Äusserlichkeiten – hübsche junge Dame in keckem violetten Kleidchen und Cowboystiefeln, die Kerls hinten, links und rechts mit langen Mähnen – gerieten zur Nebensache. Was einzig und alleine zählte, war die leidenschaftliche Hingabe an die Musik.

Die Gitarre als Zitter

Das galt auch für den deutschen Bluesmusiker Michael van Merwyk und seiner Begleitung. Letztes Jahr in Memphis zum «Blues-Vize-Weltmeister» gekürt, hielt die Formation, was sie versprach: coole Grooves, maskuliner Gesang, starkes Songwriting. Und immer auch etwas für die Augen, etwa wenn der Bandleader sitzend die Gitarre auf den Oberschenkeln wie eine Zitter einsetzte.

Gegen Mitternacht endete das Feuerwerk, ein sonniger Tag Pause folgte, ehe es mit den Holmes Brothers in die zweite Runde ging. Wendell und Sherman Holmes sowie ihr Bruder im Geist, der Drummer Popsy Dixon, sind seit über 35 Jahre im Geschäft. Sie haben schon mit Bob Dylan, Van Morrison und anderen Grössen gespielt. Abgebrüht wirkten die älteren Herren jedoch nie. Wenn sie in den dreistimmigen Harmoniegesang fielen, hüpften die Herzen im Saal. Toller Auftritt, grosse Klasse, unvergessliches Wochenende.

Am Mittwoch kommt Biene Maja

Aber eben: Das 21. Blues Festival ist bereits Geschichte. Aus dem kochenden Saal wird schnell wieder ein Kino. Schon am Mittwochnachmittag summt Biene Maja auf der Leinwand umher. Aber sicher nicht im kecken violetten Kleidchen.

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