Die Pfarrei St. Mauritius zählt etwa 920 Katholiken aus Wölflinswil und Oberhof. Etwa alle 40 Jahre wird an der Kirche, die sich in Wölflinswil befindet, etwas erneuert. Nun ist die Innen- und Aussenrenovation fällig.

Von Anton Kretz aus Oberhof, dem Präsidenten der Baukommission, erfuhr die Aargauer Zeitung, dass die Kirche in Wölflinswil innen und aussen gereinigt und frisch gestrichen werden soll. Es braucht neue Dachkännel und -rinnen. Die Fenster werden saniert und wieder eingepasst.

Apropos Fenster: Im Chor sollen die beiden gut erhaltenen, farbigen Fenster, welche vor 40 Jahren ausgebaut und im Pfarrhausestrich gelagert wurden, nach einer Auffrischung wieder eingebaut werden. «Die Fenster sind in gutem Zustand und sie sollen in der Kirche wieder zur Geltung kommen», sagte Anton Kretz.

Im Rahmen der Kirchenrenovation, mit der nächstes Jahr ungefähr nach Pfingsten begonnen wird und die noch 2014 abgeschlossen werden soll, ist eine Verlängerung der Chorzunge vorgesehen. Unter anderem werden die Beleuchtung und die Beschallungsanlage angepasst, während die Altäre in ihrem jetzigen Zustand belassen werden.

Kirche steht nicht unter Denkmalschutz

Die römisch-katholische Kirche St. Mauritius in Wölflinswil steht bisher weder unter kantonalem noch unter eidgenössischem Denkmalschutz.

«Wir haben den Antrag gestellt, dass die Kirche vorerst einmal unter kantonalen Denkmalschutz gestellt wird. Immerhin gibt es zwei Altarfiguren, die bereits denkmalgeschützt sind», war von Baukommissionspräsident Anton Kretz weiter zu erfahren.

Der Kirchhügel von Wölflinswil ist vergleichbar mit den Kirchenburgen von Frick, Herznach und Wegenstetten. Aus der Chronik geht hervor, dass die erste Kirche wahrscheinlich schon im 10. Jahrhundert durch einen adeligen Grundherrn erbaut wurde.

Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich um 1298 mit «Ecclesia Wolfesuuilr» im «Decanatus in Friggouue», einem Rechnungsbuch über die Ablieferung des Zehnten. Im Jahr 1521 erfolgte die Weihe des Hauptaltars.

1620: Erschaffung der Heiligen Katharina (mit Rad) und der Heilige Barbara in Laufenburg in der Werkstatt der Gebrüder Heinrich und Melchior Fischer. Die heilige Barbara wurde in den Dörfern verehrt wegen dem Erzabbau in Herznach.

Im Jahr 1803 wurde die Gemeinde Oberhof selbstständig, doch als Pfarrei ist sie noch heute mit Wölflinswil verbunden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts einigte man sich auf ein Neubauprojekt. Für Planung und Ausführung wurde der aus Gansingen stammende Maurermeister Fidel Obrist (1782–1866) bestimmt. Der Turm blieb erhalten.

1821 wurde eine klassizistische Saalkirche mit eingezogenem Rundchor und seitlich angebauter, zweigeschossiger Sakristei erbaut.

Verschiedene Heilige gehörten vermutlich schon vor dem Neubau 1821 zur Kirche in Wölflinswil. Der auferstandene Jesus (über Osterzeit auf dem Hochaltar) wurde vom Rheinfelder Künstler Hans Freitag erarbeitet, der auch für die Herznacher Kirche den Hochaltar geschaffen hat.

Im Jahr 1899 wurde die Westfassade saniert und die Kirche um eine Fensterachse erweitert. Etwa um 1900 wurde der Friedhof an den heutigen Standort verlegt.

Das «Chornberglerchrüz» (diese Gesteinsschicht wurde auf dem Kornberg abgebaut) befindet sich noch immer auf dem alten Friedhof neben der Kirche.

1971/1972 wurde eine umfassende Renovation der Kirche vorgenommen. Vier neue Glocken wurden mit Ross und Wagen von Aarau über die Staffelegg, via Frick nach Wölflinswil transportiert.

Die Schulkinder zogen diese an Seilen in den renovierten Kirchenturm hinauf. Die Empore musste erneuert werden und die Orgel wurde vollständig ersetzt.