Rheinfelden
2013 starben ihre Jungen, jetzt wechseln Störche vom Turm auf abgesägte Birke

Die Jungvögel auf dem Rheinfelder Storchennestturm haben das nasskalte Wetter im vergangenen Jahr nicht überlebt. Jetzt scheinen ihre Eltern einen neuen Horst beim Alters- und Pflegeheim Lindenstrasse zu beziehen.

Stefan Gyr
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Die Störche sind aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt.

Die Störche sind aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt.

Yvonne Steiner

Theres Böhi, Co-Heimleiterin des Alters- und Pflegeheims Lindenstrasse in Rheinfelden, hat es schon mehrere Male beobachtet: «Meistens morgens landet ein Storch auf einer abgesägten Birke an der Salinenstrasse neben unserem Alters- und Pflegeheim.» Dort hat ein Storchenpaar bereits im vergangenen Juni begonnen, einen Horst zu bauen.

Laut dem Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden handelte es sich um das Paar vom Rheinfelder Storchennestturm. Dieses hatte zuvor seine beiden Jungen verloren. Die starken Niederschläge und die kühlen Temperaturen hatten den Jungstörchen wegen des Nahrungsmangels schwer zugesetzt.

Im Gegensatz zu Schwimmvögeln verfügen Störche zudem über keinen hohen Fettgehalt im Gefieder. So stehen sie bei Dauerregen triefend im Horst oder kehren durchnässt zurück und können die Jungen nicht mehr mit dem Bauch und der Brust wärmen.

Die Jungvögel erkälten sich deshalb rasch und gehen oft an Lungenentzündungen ein. «Der Anblick der toten Jungstörche mit ihren Eltern daneben stimmte einen traurig», schreibt Stephan Kaiser vom Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins Rheinfelden in seinem Jahresbericht.

Wegen der anhaltenden Schlechtwetterperiode im vergangenen Jahr starben in der Nordwestschweiz rund drei Viertel der Jungstörche.

Vielleicht habe sich das Paar vom Storchennestturm nach einer durchlässigeren Nestunterlage umgesehen und deshalb beim Alters- und Pflegeheim Lindenstrasse mit dem Bau eines neuen Horsts begonnen, vermutet der Natur- und Vogelschutzverein.

Nach Angaben von Nachbarn habe es bereits im vergangenen Jahr einiges an Nistmaterial vom Storchennestturm abgetragen, wo die Störche seit 2007 erfolgreich Jungvögel aufgezogen hatten. Die Rheinfelder dürfen deshalb auch in diesem Jahr wieder auf Storchennachwuchs hoffen.