Am letzten Freitag und Samstag hat in Gansingen der Aargauer Holzerwettkampf stattgefunden. Für die rund 200 Teilnehmer war dieser Wettkampf die Berufsmeisterschaft. Martin Schneider konnte den Wettkampf für sich entscheiden. Neben den Holzern schufen Künstler Skulpturen aus Holz.

Die Wettkämpfe drehten sich alle um einen möglichst präzisen, schnellen und sicheren Umgang mit der Motorsäge. Als erste Aufgabe mussten die Forstleute zeigen, dass sie eine Motorsäge fachgerecht vorbereiten können und dies auch noch in horrender Geschwindigkeit. Einige Sägen waren in weniger als 15 Sekunden einsatzbereit. Mit der vorbereiteten Säge musste als nächste Aufgabe ein Holzstamm zersägt werden.

Dabei mussten die Teilnehmer je einen Schnitt von unten und von oben setzen, die sich dann idealerweise in der Mitte trafen. Die Stämme waren, um die Schwierigkeit zu erhöhen, um sieben Grad geneigt und es mussten zwei Scheiben abgesägt werden.

Wenn die Holzer das erledigt hatten, wartete schon der nächste Posten auf sie. Dort lag ein Stamm auf dem Boden und der soll möglichst tief eingeschnitten werden. Das Schwert der Motorsäge darf jedoch die Unterlage nicht berühren. Aufgestellte Baumstämme bildeten die nächste Aufgabe. In die Baumstämme wurden Fallkerben eingesägt, die eine bestimmte Ausrichtung haben mussten.

Die schönsten Figuren vom Gansinger Holzerwettkampf

Die schönsten Figuren am Gansinger Holzerwettkampf

Diese Ausrichtung wurde mit einer Schablone und einem 15 Meter entfernten Beobachtungspunkt genauestens kontrolliert. Die letzte und fünfte Aufgabe stellte sich als Entastung heraus. Dabei musste ein Stamm von seinen künstlichen Ästen befreit werden. Wer Stummel stehen liess oder sogar in den Stamm hinein sägte, erhielt sofort Punktabzug.

Punktabzug erhielten auch all jene, die sich in der Eile über die Sicherheit hinwegsetzten. Die Schweizer Nationalmannschaft nahm als Vorbereitung für die kommende Holzer-WM am Wettkampf teil, darunter war Balz Recher, ein ehemaliger Weltmeister.

Schweiss, Holz und Kreativität

Am Samstagmorgen ertönten neben den Wettkampf-Sägen auch Künstler-Sägen. Innert acht Stunden zauberten zwölf Künstler aus massiven Holzstämmen Skulpturen.

Unter den Künstlern befanden sich einige, für welche die Skulpturen nur ein Hobby sind. Andere Teilnehmer haben sich diese Kunst zum Beruf gemacht, wie Toni Flückiger, der Schweizer Meister der Holzskulpturen.

Die Ehrengäste schauten sich interessiert auf dem Gelände um. Unter ihnen waren die Regierungsräte Stephan Attiger und Alex Hürzeler und die Nationalräte Hansjörg Knecht und Maximilian Reimann.

Um 15.45 schwiegen die Sägen und die Skulpturen wurden versteigert. Die Auktion, unter der Leitung von Bruno Furrer, erzielte Preise zwischen 450 und 4000 Franken.

Im Anschluss an die Versteigerung zeigte Toni Flückiger in einer halbstündigen Show sein Können. Danach wurden die Sieger geehrt. Die besten drei erhielten je eine Motorsäge, während sich die tiefer Platzierten an einem Gabentempel bedienen konnten.