Laufenburg

20 Bewohner müssen bis Juli raus: Die Flüchtlingsunterkunft in der Villa wird geschlossen

Die Asylunterkunft an der Hinteren Bahnhofstrasse wird Mitte Juli geschlossen. Sie ist seit Sommer 2015 in Betrieb. Archiv

Die Asylunterkunft an der Hinteren Bahnhofstrasse wird Mitte Juli geschlossen. Sie ist seit Sommer 2015 in Betrieb. Archiv

Derzeit sind 20 Flüchtlinge in der Liegenschaft an der Hinteren Bahnhofstrasse untergebracht. Bis Juli müssen die Asylsuchenden die 70-jährige Villa verlassen – der Vermieter hat Eigenbedarf angemeldet.

Der Kanton hat im Sommer 2015 eine rund 70-jährige Villa mit elf Zimmern an der Hinteren Bahnhofstrasse gemietet, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Derzeit leben dort 20 junge Männer. Dies wird sich jedoch bis zum Sommer ändern: «Der Vermieter der Liegenschaft hat Eigenbedarf angemeldet und dem Kanton per 31.  Juli gekündigt», sagt Daniela Diener, Mediensprecherin des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) des Kantons.

Stadtammann Herbert Weiss sagt zu der geplanten Schliessung: «Die Flüchtlinge haben sich sehr gut in unserer Gemeinde verhalten. Ich habe diese als anständige und freundliche Leute erlebt. Daher gibt es vonseiten des Gemeinderates keinen Druck, die Liegenschaft zu schliessen.» Bereits diesen Sommer wurde die geschützte Operationsstelle (Gops), die für die Unterbringung von 65 Flüchtlingen Platz bietet, geschlossen. Daneben werden im Kanton unter anderem in Baden (200 Plätze), Gränichen (50 Plätze), Wohlen (40 Plätze) und Zofingen (140 Plätze) weitere Unterkünfte geschlossen, sodass Anfang 2017 für die Unterbringung von Flüchtlingen 500 Plätze wegfallen.

Oberirdisch vor unterirdisch

Wird nun aufgrund der Platzproblematik die Inbetriebnahme der Gops Laufenburg aufs Tapet gebracht? «Die Aktivierung der Gops steht in der Verantwortung des Kantons. Von diesem haben wir jedoch bisher keine Anfragen vorliegen», sagt Weiss. Für den Kanton stellt die Aktivierung der Gops Laufenburg eine Alternative da, die er möglichst als letzte Massnahme ergreifen möchte: «Die Gops in Laufenburg wird erst wieder in Betrieb genommen, wenn die oberirdischen Plätze zur Unterbringung von Asylsuchenden belegt sind und der Kanton deshalb auf unterirdische Plätze zurückgreifen muss», erklärt Diener. Neben der Gops in Laufenburg könne in einem solchen Fall auch die Gops Muri wieder in Betrieb genommen werden.

Neben den 20 Flüchtlingen, die an der Hinteren Bahnhofstrasse untergebracht sind, hat die Stadt selbst 14 Asylsuchende aufgenommen – ihre aktuelle Aufnahmequote liegt bei 13. Damit würde sie ihr Soll zum jetzigen Zeitpunkt auch dann noch erfüllen, wenn die Liegenschaft an der Hinteren Bahnhofsstrasse geschlossen wird. Zudem: «Solange die Gops in Betrieb genommen werden kann, werden auch diese Plätze dem Aufnahmesoll von Laufenburg zugutegehalten», erklärt Diener. Dies bedeutet, weil die Platz-Kapazität der Gops bei 65 liegt und damit die vorgegebene Aufnahmequote der Stadt von 13 Asylsuchenden übersteigt, müsste Laufenburg derzeit überhaupt keine Asylsuchenden selbst unterbringen.

Autor

Dennis Kalt

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