Vom 2. bis zum 26. Juli werden auf dem Parkplatz neben Fricks Monti an 19 Abenden Filme im Freien gezeigt. Auf der Bestuhlung, die einst der Circus Nock in seinem Chapiteau verwendet hatte, finden rund 500 Filmfans Platz. «Wir freuen uns, dem Publikum eine grosse Filmauswahl präsentieren zu dürfen und hoffen auf gleich gutes Wetter, wie im Sommer letzten Jahres», hielt Philipp Weiss von Fricks Monti bei der Präsentation des Open-Air-Programms fest.

Action, Dramen und Familienspass

Den Kinobesucherinnen und -besuchern wird im Open-Air-Kino Frick einiges geboten: Kulinarisches vor den Filmvorführungen und dann eine Auswahl an aktuellen Streifen und natürlich solche, die immer noch laufen: Action, Dramen und Spass für die ganze Familie. «Transformers 4» wird in 3-D gezeigt, ebenso «Drachenzähmen leicht gemacht» (Vorpremiere am 19. Juli). Der mit 3 Oscars ausgezeichnete Film «12 Years A Slave» ist im Programm und ebenso der Animationsfilm «Rio 2».

Exklusive Vorpremiere: «Der Koch»

«Wir können am 17. Juli eine exklusive Vorpremiere bieten mit dem Film ‹Der Koch›. Zu dieser deutsch-schweizerischen Produktion haben wir noch nicht einmal einen Trailer gesehen. Es handelt sich um die Verfilmung des Erfolgsromans von Martin Suter. Der offizielle Filmstart in der Schweiz ist erst für den November vorgesehen», so Philipp Weiss.

Er hat mit seiner Partnerin Martina Welti aber auch etwas aus der Sparte Dokumentarfilme im Programm: «Neuland», von Regisseurin Anna Thommen, die in Maisprach BL aufgewachsen ist und heute in Basel lebt, ist für Philipp Weiss einer der Höhepunkte im Open-Air-Programm von Fricks Monti: «Der Film ist berührend und spannend zugleich. Die Regisseurin hat 16- bis 20-jährige Migrantinnen und Migranten einer Basler Integrations- und Berufswahlklasse begleitet. Die Dokumentation vermag Vorurteilen entgegenzuwirken. «Es wird still beobachtet, ohne zu werten. Wie sich der Lehrer für seine Klasse einsetzt, ist absolut berührend», meinte Philipp Weiss. Der Film hat bereits über ein halbes Dutzend Preise bekommen. Als bester Dokumentarfilm am Zürich Film Festival und an den First Steps in Berlin, den Publikumspreis an den Solothurner Filmtagen und vom Berner Filmpreis, den Max Ophüls Preis, den Preis von Sehnsüchte Berlin, den Dok.fest München als SOS-Kinderdörfer-Preis, er war Gast bei Perspektive Deutsches Kino und wurde nominiert für den Schweizer Filmpreis.

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 Plädoyer für die Menschlichkeit

Regisseurin Anna Thommen, die bei der Vorstellung des Open-Air-Programms von Fricks Monti dabei war, hielt fest: «Der Film plädiert ganz einfach für Menschlichkeit. Ich habe Lehrer Zingg bei einem medienpädagogischen Filmprojekt mit seiner damaligen Klasse vor vier Jahren kennengelernt. Es beeindruckte mich, welches Vertrauen die Jugendlichen dem Lehrer schenkten. Als mir der Lehrer von den unglaublichen Schicksalsgeschichten seiner Schüler erzählte, wurde mir klar, dass ich darüber einen Film machen wollte. Gemeinsam beschlossen wir, ihn und seine nächste Klasse von Schulbeginn bis Schulschluss während zweier Jahre zu begleiten.»

«Neugierig auf die jungen Leute»

Bei Drehbeginn sei sie zunächst einmal neugierig auf all die jungen Leute gewesen, die sich auf dem Pausenplatz einfanden und welche Geschichten sie wohl mitbringen würden. «Dabei hatte ich – im Nachhinein betrachtet – durchaus meine Vorstellungen und Vorurteile über die verschiedenen Nationalitäten der Jugendlichen. Je länger ich filmte, desto weniger konnte ich in Stereotypen denken und umso vielschichtiger wurden die einzelnen Geschichten und Schicksale. Was folgte, war das Eingeständnis meiner Vorurteile und dass ich begann, nur noch die Menschen zu sehen, in all ihren Widersprüchen und fern ihrer Heimat.»

Die grosse Herausforderung für die Regisseurin begann aber erst mit dem Schnitt: «Wie sollte ich diese intensiven Erfahrungen zweier Jahre in 90 Minuten Film aufzeigen und so einem Publikum zugänglich machen? Wie schaffe ich die Gradwanderung, einen dramaturgischen Spannungsbogen zu schaffen und trotzdem das Leben in seinen Graustufen zu zeigen?» Sie hat es geschafft! Während monatelanger intensiver Auseinandersetzung mit dem Material ist die Erzählung «Neuland» entstanden, von der sich Anna Thommen erhoffte, dass sie die Zuschauer berührt und öffnet für die Schicksale dieser jungen Migranten, die in Not in die Schweiz gelangt sind. Bisher verzeichnete der Film rund 23 000 Besucherinnen und Besucher.

Open-Air-Kino Frick

Open-Air-Kino Frick: 2. bis 26. Juli. – Filmbeginn ist jeweils um 21.45 Uhr (bei jeder Witterung). – Abendkasse ab 20 Uhr. – Keine telefonische Reservation. Tickets im Vorverkauf (unter anderem in Fricks Monti) und online unter www.fricks-monti.ch oder www.open-air-kino.ch