Schon um 19 Uhr, knapp eine Stunde bevor die Kameras angingen, gab es am Samstag in der Marktgasse kaum noch ein Durchkommen. Um 19.50 Uhr betrat dann die Aufnahmeleiterin die Bühne und bereitete die Zuschauer auf die Livesendung vor. Ab jetzt Handy aus, keine Fotos mit Blitz und immer die Wege frei halten.

Sie forderte das Publikum weiter auf, ein letztes Mal zu winken - mit der Bitte, dies während der Sendung zu unterlassen. Auch sollten die Zuschauer die kommenden zwei Stunden sitzen bleiben, um sich nicht den Kopf zu stossen an der Krankamera über der Marktgasse. Denn diese taucht mitunter in die Menschenmenge hinein, um lachende Gesichter und klatschende Hände einzufangen.

Schwere Kameras im Publikum

Dann zählte die Aufnahmeleiterin den Countdown runter, «neun, acht sieben» - und da war er: Nik Hartmann. Über das Schelmengässli betrat der Moderator die Szenerie. Die Aufnahmeleiterin wirbelte mit ihrem Script in der Luft herum und gab der Menge ein Zeichen, sich lautstark bemerkbar zu machen.

Schnell wurde auch klar, warum sie zuvor auf offene Wege bestanden hatte: Die beiden Kamera-Männer, deren 30 Kilo schweren Steadicams am Körper zu schweben schienen, brauchten Platz. Sie wirbelten durch die Aufnahmezone, die Assistenten im Schlepptau, ständig auf dem Sprung, um die beste Perspektive zu erhaschen. Dynamische und temporeiche Bilder waren der Lohn für diesen Einsatz.

Der Ammann musste nicht singen

Als zweiter Gast plauderte Stadtammann Franco Mazzi mit Nik Hartmann auf der Couch. Zuvor hatte dort schon Triathletin Natascha Badmann Platz genommen. Hartmann räumte dem Stadtoberhaupt eine Frist ein: 45 Sekunden lang durfte er für Rheinfelden werben, aber ohne die Worte «Stadt» und «Rhein» in den Mund nehmen zu dürfen.

Dann öffnete Hartmann einen Umschlag und der Ammann verlas die offizielle Aufgabe, die Rheinfelden gestellt war. Es galt, bis Ende der Sendung 100 Einwohner aus Rheinfelden/Baden für sich zu gewinnen. Diese mussten bereit sein, sich als Schweizer verkleidet in der Schwesterstadt auf der anderen Rheinseite blicken zu lassen. Mazzis Einsatz bei Verlust der Wette: Das aargauische Volkslied «S'isch mer alles eis Ding» anstimmen, begleitet von der «SF-Husmusig» mit Dani Häusler.

Mazzi hatte Glück, das Singen blieb ihm erspart. Gegen 22 Uhr, zum Ende der Sendung, strömten 151 deutsche Rheinfelder auf die Bühne; in Tracht, mit Schweizer Fähnchen und anderen Kostümen. Während der Sendung war wiederholt zum Inseli geschaltet worden, dem Sammelpunkt. Noch gegen 21.20 Uhr hatten sich dort erst 50 Deutsche eingefunden - darunter eine Dame, die stolz eine Bratpfanne mit Rösti in die Kamera hielt

Versteckte Kamera im «Sole uno»

Dazwischen gab es Live-Musik von den Lovebugs mit Frontmann Adrian Sieber, Anna Rossinelli und Band sowie der finnischen Gruppe Sunrise Avenue. Das grösste Lampenfieber unter den Künstlern dürfte Melanie Häusler verspürt haben: Das Mitglied des Rheinfelder Chors der Fricktalerbühne trug den Abba-Hit «Dancing Queen» vor, begleitet von Dani Häusler auf der Klarinette.

Die Gäste auf der Couch konnten sich während diesen Auftritten immer wieder kurz entspannen - und auch mal ruhig durchatmen, wenn die kurzen Einspielfilme liefen. Einer zeigte Komikerin Anet Corti, die als Dr. Antonia Bader «Sole uno»-Badegäste testete, ob bei ihnen eine «Salzallergie» vorlag. Die Befragten waren mit grossem Ernst bei der Sache, und konnten dann über sich selbst lachen, als Corti am Ende auf die versteckte Kamera deutete. Einer traute sich am Samstagabend sogar zu Nik Hartmann auf die Bühne.

Red und Antwort stand dem Moderator auch Gaby Gerber von der Brauerei Feldschlösschen, die erste Biersommelière der Schweiz. Ausgiebiger Biergenuss war der Runde aber erst vergönnt, nachdem um 22 Uhr die Kameras ausgeschaltet waren.