Nach Abschluss des Mitwirkungsverfahrens und der kantonalen Vorprüfung werden die Entwürfe der revidierten Wölflinswiler Ortsplanung öffentlich aufgelegt. In der Zeit vom 12. August bis 11. September liegen während den ordentlichen Bürozeiten bei der Gemeindekanzlei Wölflinswil folgende Unterlagen öffentlich auf: Bauzonenplan, Kulturlandplan, Bau- und Nutzungsordnung (BNO), Planungsbericht, Mitwirkungsbericht, Vorprüfungsbericht und Bericht des Kreisforstamts.

Einwendungen sind zu begründen

Wer ein schutzwürdiges eigenes Interesse hat, kann innerhalb der Auflagefrist Einwendung erheben. Organisationen sind ebenfalls berechtigt, Einwendung zu erheben. Diese sind schriftlich beim Gemeinderat Wölflinswil zu deponieren und haben einen Antrag und eine Begründung zu enthalten.

Während des zweiten Mitwirkungsverfahrens gingen 14 Anträge ein. Nach Rücksprachen und Abklärungen des beauftragten Planers entschied der Gemeinderat am 17. Juni, 5 Eingaben zu berücksichtigen: Eine zusätzliche Einzonung der Parzelle 533 (Landwirtschaftszone von etwa 38 Aren) nordwestlich des Bängertli wurde angesichts der Baulandreserven innerhalb der Bauzone (8,6 Hektaren) abgelehnt.

Der Erhöhung der Gebäudelänge (ohne MLZ) in der Zone WH von 15 auf 20 Meter (analog Zone W2) wurde nicht entsprochen. Der Antrag, auf eine extensive Begrünung der Dachflächen bei Kleinbauten zu verzichten, wurde aufgenommen. Auf die Ausnützungsziffer (AZ) zu verzichten, wurde angesichts der moderaten Erhöhung der AZ in den Zonen W2 und WH sowie der Einführung der Ausnützungsbefreiung des Dachgeschosses nicht entsprochen. Es hat sich in anderen Gemeinden gezeigt, dass ohne AZ grössere (oder zusammengekaufte/-gelegte) Parzellen plötzlich überdurchschnittlich dicht überbaut werden. Auch würde ein übermässiger Anreiz entstehen, bestehende Strukturen durch Neubauten zu ersetzen, welche die gewachsenen Strukturen zerstören oder nicht ins Quartier passen. Speziell gefährdet wären exponierte Hanglangen und Zonen mit einheitlicher, erhaltenswerter Bebauungsstruktur.

Angesichts der weiterhin möglichen, maximal 40 Meter langen Gebäuden in der Zone WG2 wurde der Antrag, die Gebäudelänge (ohne Mehrlängenzuschlag) in der WG2 statt neu bei 25 bei 30 Metern zu belassen, nicht aufgenommen. Dies auch darum nicht, weil der Grenzabstand wegen entfallendem Gebäudehöhenzuschlag künftig kleiner wird.

Da in der Dorfkernzone nur wenige Gebäude höher als 12,5 Meter sind und für neue Gebäude die Gesamthöhe von 12,5 Meter als Richtwert gilt, wird die beantragte Erhöhung auf 13,5 Meter abgelehnt.

Die Wortänderung Dachformen (statt Steildachformen) im Paragraf 7, Absatz 5 «Dachgestaltung» wird aufgenommen, ebenso dass Dachaufbauten – wie bisher – nicht mit demselben Material wie das Hauptdach einzudecken sind.

Auch den Anregungen in Paragraf 7, Absatz 6 «Dachaufbauten» sowie in Absatz 7 «Fassaden», dass nicht nur hochformatige Fenster gestattet sind, wird entsprochen. Der Antrag, Dachflächenfenster bei der Berechnung der Geschossigkeit nicht anzurechnen, wird abgelehnt.

Die beantragte Erweiterung von W2 um WH, das heisst, WH mit grösserer Länge, Höhen und AZ der Gebäude, wird nicht entsprochen. Eine Streichung von Paragraf 24 (Obstbaumbestände) wird mit Verweis auf die «Kann-Vorschrift» abgelehnt. Der beantragte Verzicht auf die Erschliessungsplanpflicht für eine Parzelle wird abgelehnt. Hingegen liegt die Böschung mit geplanter Aufnahme als Hecke – wie eine Begehung zeigte – auf zwei Parzellen, womit das Begehren einer Streichung der Hecke auf der Westseite der einen Parzelle hinfällig ist.

Die Ergebnisse aus der öffentlichen Auflage und allfälligen Einwendungen werden zu gegebener Zeit im Planungsbericht der Waldburger Ingenieure AG, Aarau, zusammengefasst. (az)