Laufenburg

1200 Würste und Weggli für laute Verse am Narrolaufen

Das traditionelle Narrolaufen in der Laufenburger Altstadt lockte zahlreiche Besucher an.

Kleine Zauberinnen, Prinzessinnen, Feuerwehrmänner, Cowboys und Polizisten versammelten sich am Dienstag kurz vor 14.30 Uhr beim Wasentor in der Laufenburger Altstadt. Daneben auch zahlreiche unverkleidete Kinder und Erwachsene. Fast allen von ihnen war etwas gemein: Sie hatten eine Tasche dabei und warteten ungeduldig auf das traditionelle Narrolaufen der Narro-Alt-Fischerzunft 1386.

Punkt 14.30 Uhr stimmten die Narronen die ersten Verse an und machten sich daraufhin – langsam rückwärts marschierend – auf den Weg durch die Altstadtgassen. «Narri, Narro» schallte es den Narronen schon bald laut aus der Kinderschar entgegen.

«Lüter!» 1200 Würste und Weggli für laute Verse am Narrolaufen

«Lüter!» Narrolaufen 2019 in Laufenburg

  

Bei den Narrensprüchen brauchte es noch das eine oder andere «Lüter!» der Zunftbrüder, ehe sie mit der Lautstärke zufrieden waren – und Orangen, Würste und Weggli durch die Luft flogen. Vom Wasentor bis zum Marktplatz und weiter bis zur Zunftstube bewegte sich der Zug und immer wieder ertönte ein vielstimmiges «Narro chryydewiss het d’Chappe voller Lüüs» oder «Lustig isch de Bogeschütz, frisst am Fritig Späck statt Schnitz».

Brauch geht zurück aufs Mittelalter

Der Brauch des Narrolaufens geht zurück auf das Mittelalter und ist wohl die Weiterführung des Brauchs, der Witwen- und Waisenbescherung. Damals forderten Fischerei und Flösserei immer wieder Todesopfer, sodass es in der Stadt immer häufiger hilfsbedürftige Waisen und Witwen gab. Diese mussten gemäss einer Verordnung aus der gemeinsamen Kasse der Zunft unterstützt werden.

Nicht nur in Laufenburg wurden am Dienstag die Fasnächtler beschenkt. In Kaisten fand das Narrenlaufen statt. Hier verteilte der Elferrat neben Orangen, Würsten und Weggli auch noch Süssigkeiten an die Besucher.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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