GP Fricktal in Eiken
1200 kämpften am Osterlauf um die Bestzeit

Ein Überflieger, eine Lust- und Laune-Athletin, ein Heimweh Fricktaler und ein viel versprechendes Talent aus dem Berner Oberland liessen sich am 51. GP Fricktal in Eiken als Tagessieger feiern. Ebenso verblüffte ein ehemaliger Gewinner.

Jörg Greb
Merken
Drucken
Teilen
GP Fricktal in Eiken
6 Bilder
Siegt am Heimlauf: Ludwig Ruder
Nach wie vor ist Peter Gschwend (rechts) blendend und strahlend unterwegs
Drückte dem Frauenrennen den Stempel auf: Petra Bolfring
Bald ganz allein: GP-Dominator Ahmed El Jaddar
Frauen-Nachwuchspower: Selina Ummel (l.) und Christine Müller prägten den Hasenlauf.

GP Fricktal in Eiken

Jörg Greb

Unter den knapp 1200 Läuferinnen und Läufern der verschiedenen Kategorien über die unterschiedlichen Distanzen am Traditionsanlass in Eiken sorgten Ahmed El Jaddar als Sieger des Hauptrennens über die 10 Meilen (16,09 km), Petra Bolfing als weibliches Pendant sowie der einheimische Ludwig Ruder und die Berner Oberländerin Christine Müller im Hasenlauf für die Siegergeschichten – für spannende, völlig unterschiedliche Siegergeschichten. Und Erstaunliches zeigte der ehemalige Tagessieger Peter Gschwend (64) als Gewinner bei den M60, der auch schneller war als der M50-Sieger. Doch nun der Reihe nach.

Von «einer tollen Form, einem guten Rennen, einer abwechslungsreichen Strecke und Mut, welche dieses Resultat vermittelt», sprach El Jaddar nach seinem Triumph in 50:36 Minuten. Ein viel versprechende Zeit glückte dem 30-jährigen Marokkaner, der für den LC Basel läuft. Für die 10-km-Strassenlauf-Meisterschaft vom nächsten Samstag in St. Maurice jedenfalls fühlt sich der Zehnplatzierte des stark besetzten Kerzerslauf eine Woche zuvor gerüstet. Ebenfalls eine Woche zuvor stellte sich Fabian Kuert bereits der Konkurrenz – allerdings in Mailand am Stramilano über die Halbmarathon-Distanz. Dieser Klassiker sollte ihm Sicherheit in Richtung seines Frühlingshauptrennens, dem Zürich Marathon, vermitteln. Das verpasste er. Doch nun glückte die Korrektur. Mit seinen 51:42 Minuten blieb der 33-jährige Langenthaler fast 50 Sekunden unter seiner Marke des vorletzten Jahres. «Das war ein gutes, nein, sehr gutes Rennen», strahlte er.

Das Alter ausgetrickst

Ganz andere Werte stellte Frauensiegerin Petra Bolfing in den Vordergrund. Zusammen hängt das mit dem Stellenwert des Laufens. Die 46-jährige Luzernerin bezeichnet sich als Hobbyläuferin, die nach dem Lust-und-Laune-Prinzip» funktioniert. Und auch sie kam auf ihre Rechnung: «Die Strecke und das Wetter passten wunderbar, ich kann’s leicht verkraften, dass ich bei meinen letzten Teilnahmen 2005 und 2007 gut eine Minute schneller lief.» Dies auch darum, weil sie sich im Gegensatz zu jenen Teilnahmen nun als Siegerin feiern lassen konnte. «Der Rang ist eher Zufall, diesmal fehlte die starke Konkurrenz», hielt sie fest.

Und einmal mehr für ein herausragendes Resultat sorgte Peter Gschwend. Der einstige GP-Sieger in den 80-er-Jahren lief nach 1:02:06-Stunden als 16. ein – wie gewohnt strahlend: «Wunderbar, ich genoss in vollen Zügen». Von welcher Qualität sein Resultat ist, zeigen nicht nur Zeit und Overallrang, sondern auch die Kategorien-Klassements: Gschwend gewann als 63-Jähriger bei den M60 und war auch schneller als der M50-Sieger. «Ich habe auf Gran Canaria zwei Wochen hervorragend trainiert und möchte meine Form nächstens in einem Marathon unter Beweis stellen», sagte er lachend.

Talentschau im Hasenlauf

Während sich über die Hauptdistanz Routiniers profilierten, taten dies über die Kurzdistanz hoffnungsvolle Talente. Bei den Männern war dies Ludwig Ruder, der in Frick aufgewachsen ist, schon regelmässig am Start des Fricktaler Traditionslaufes gewesen war. «Für mich war dieses Rennen immer etwas Besonderes», sagte der 25-Jährige, «wir konnten an den grossen, schnellen Stars hochschauen.» Nun stand er selber zuoberst auf dem Podest, freute sich, relativierte aber gleichzeitig: «Natürlich bereitet es Spass, als Sieger einzulaufen, aber hohen Stellenwert räume ich diesem Ergebnis nicht ein.» Von einem Trainingslauf sprach Ruder, davon, dass er, der Mittelstrecken-Spezialist und Neunte der Cross-Meisterschaften von Anfang März, erst am Donnerstagabend von einem harten Trainingslager mit dem Verein heimgekehrt sei.

Ein spannendes Finale zeichnete den Endkampf bei den Frauen über die Kurzdistanz aus. Die Berner Oberländerin Christine Müller setzte sich vor der routinierten Bettina Steiger und dem aufstrebenden, erst 19-jährigen Suhrer Mittelstreckentalent Selina Ummel durch. «Mir glückte eine Leistung, auf der ich aufbauen kann», freute sich die 23-Jährige aus Aeschi bei Spiez.