Kaiseraugst
1029 Unterschriften gesammelt: Gemeinderat kämpft um die Poststelle

Die Post hat angekündigt, die Poststelle Liebrüti zu überprüfen. Der Gemeinderat und die Ortsparteien kämpfen für den Erhalt.

Marc Fischer
Merken
Drucken
Teilen
Der Gemeinderat Kaiseraugst will, dass die Poststelle Liebrüti erhalten bleibt.

Der Gemeinderat Kaiseraugst will, dass die Poststelle Liebrüti erhalten bleibt.

Nadine Böni

Die Post hat aufgrund der gesunkenen Kundenzahlen bekannt gegeben, dass die Poststelle Kaiseraugst Liebrüti überprüft wird (die AZ berichtete). Dagegen hat sich in Kaiseraugst Widerstand formiert. Die Ortsparteien CVP, FDP, SP und SVP haben gemeinsam dem Gemeinderat die Petition «Unsere Post muss bleiben!» übergeben. Diese wurde von 1029 Personen unterzeichnet. «Dies zeigt, dass den Kaiseraugstern die Post Liebrüti wichtig ist», schreibt der Gemeinderat nun in einer Mitteilung.

Es sei dem Gemeinderat bewusst, «dass sich das Bedürfnis der Postkunden in den letzten Jahren massiv geändert hat und die Post die Pflicht hat, die Angebote stetig zu überprüfen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Wachstum steht bevor

Aber: «Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass die Post nicht nur die Kundenbedürfnisse prüfen muss, sondern auch andere Aspekte, wie beispielsweise die einwohner-, aber auch arbeitsplatzmässige Entwicklung von Kaiseraugst.» Diese werde in den nächsten Jahren massiv zunehmen.

«Deshalb ist es unverständlich, dass die Poststelle aufgrund der zukünftigen Entwicklung geschlossen werden soll», betont der Gemeinderat. Weiter merkt er an, dass sämtliche Haushalte in der Überbauung Liebrüti mittels Postfächer bedient werden und dies auch so bestehen bleiben soll.

Diese Argumente führen aus Sicht der Gemeindebehörde zu einem eindeutigen Schluss: «Der Gemeinderat lehnt die Schliessung der Poststelle Liebrüti ab und fordert die Post auf, sich Gedanken zu einer Attraktivitätssteigerung der Filiale Liebrüti zu machen.»

Man habe deshalb die Petition samt einer Stellungnahme des Gemeinderates an die Post weitergeleitet. Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi hat schon bei Bekanntwerden der Überprüfungspläne gesagt, mit gut 5600 Einwohnern habe Kaiseraugst eine Grösse, die eine Poststelle rechtfertige. Zumal die Post bei der Schliessung der Filiale im Dorf vor vier Jahren damit argumentiert habe, jene in der Liebrüti beizubehalten.

«Fliesst in Überlegungen ein»

Bei der Post selber hat man die Petition mit den 1029 Unterschriften zur Kenntnis genommen. «Wir werden sie in unsere Überlegungen einfliessen lassen», sagt Post-Sprecher Markus Werner. Das Wachstum bei Einwohnerzahl und Arbeitsplätzen sei der Post durchaus bekannt, so Werner weiter. «Eine Zunahme der Einwohnerzahl heisst aber nicht zwingend, dass die Poststelle auch mehr genutzt wird.» Viele Kunden nutzten stattdessen das Online-Angebot oder die Poststelle des Arbeitsorts.

Auch die Postfächer in der Liebrüti seien «Gegenstand der Überlegungen», so der Post-Sprecher. «Wir werden das mit den Gemeindebehörden besprechen. Es ist aber durchaus denkbar, das Postfachangebot beizubehalten, auch wenn die Poststelle aufgehoben werden sollte.»