Etzgen Mettauertal

1000 geschnitzte Kürbisse tauchen ein Dorf in ein besonderes Licht

Diese Eulen schmückten einen Garten.

Diese Eulen schmückten einen Garten.

Die 6. Etzger Kürbisbeleuchtung war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg. Die vielen fantasievoll geschnitzten Kürbisse begeisterten viele Leute. In den Beizli herrschte viel Betrieb.

«Stupfdatum: Samstag, 4. Mai 2013. Anzahl Töpfe: 464 Schnitz- und Speisekürbisse, 24 Zierkürbisse. Anzahl Kürbissorten: 43 (ohne Zierkürbisse).» Diese Angaben sind wie immer mit Gewähr, denn sie stammen vom Organisationskomitee der Etzger Kürbisbeleuchtung.

Das Komitee hatte auch dieses Jahr den Überblick, nur leider das Wetter nicht unter Kontrolle. Der erste Abend der 6. Etzger Kürbisbeleuchtung am Freitag war eher nass als freundlich, nach 21 Uhr schüttete es sogar wie aus Kübeln. Trotzdem: Die Stimmung war gut, schliesslich kann der Mensch auf Regenschirme und Hüte zugreifen. Am Samstagabend gab es die erhoffte Idealstimmung: kühl, aber trocken. Die Kürbisse hielten die zwei wichtigsten Nächte in ihrem Leben schadlos durch.

Von der Pflanzung bis zum Schnitzen

Am 8. Juni 2013 wurden die Jungpflanzen gesetzt, Kürbisernte war am 9. Oktober. Am 2. November konnten die Schnitzer und Schnitzerinnen ihre Kürbisse abholen und loslegen. Die filigrane Schönheit ihrer Werke kam aber erst zur Geltung, als die Strassenbeleuchtung in Etzgen komplett ausgeschaltet wurde. Auch die Häuser wurden verdunkelt.

Trotzdem war es im Dorf nicht wirklich zappenduster. Denn aus den rund 1000 Kürbissen leuchteten ebenso viele Kerzen – zu wenig Licht zum Bücherlesen, genug für einen speziellen Zauber. Als ab jeweils 18 Uhr die ersten Besucher eintrafen, machte sich Staunen breit. Denn die Etzger Kürbisbeleuchtung hielt wie in den Vorjahren etliche Überraschungen bereit.

Erster Hinweis auf Köhlerei

Zum Beispiel das Hauptsujet. Zuvor waren es der Chreisacherturm oder ein Ballon aus Kürbissen, die über allem ragten. Letztes Jahr war es eine Nachahmung der Titanic. Und diesmal war es ein mit 486 halben Kürbissen umfasster Kohlenmeiler inklusive Leiter - ein erster Hinweis auf die Holzköhlerei in Wil im Mettauertal vom 25. August bis 21. September 2014. Das Hauptsujet hatte sich das OK-Team um Präsident Urs Amsler ausgedacht. Amsler hatte selber Hand angelegt und war am Wochenende auch sonst fast überall anzutreffen. Dass es den Freitagabend verregnete, fand er zwar schade. Andererseits waren die von den örtlichen Vereinen betriebenen Beizli voll «und von daher war es wieder schön», freute er sich.

Freie Motivwahl

Die Schnitzer und Schnitzerinnen, unter ihnen viele Schüler aus Etzgen und Birr, waren in ihren Motiven völlig frei. Und sie nutzten diese Freiheit. Schufen allerlei seltsame Gestalten, Fabelwesen, Haustiere, liessen Krokodile und Globis leuchten, befassten sich mit der Fussball-WM und Gemeindewappen, mal im kleinen Format, dann wieder in XXL.

«Was isch das für es Viech?», fragte eine Dame angesichts einer Reihe von Kobold-ähnlichen Wesen. Tatsächlich gaben manche Schnitzarbeiten Rätsel auf, wenn ihre Motive nicht auf Anhieb zu erkennen waren. Aber es gab ja keine Eile, für das Hingucken konnten alle sich Zeit nehmen. Andere Kürbisse waren in ihrer Machart recht rustikal, jedoch nicht weniger reizvoll. Alles in allem überwog die Freude an dem gelungen Gesamtkunstwerk, das Etzgen auf etwa einem halben Kilometer Länge darstellte.

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