Ueken

1000 Fünfliber als Finderlohn für den Münzfund

Zwei Lederbeutel mit Fünflibern, fünf Münzen als Dauerleihgabe: Ursula und Daniel Loosli präsentieren zusammen mit Hofhund Bäri an der Fundstelle des Münzschatzes ihren Finderlohn.

Zwei Lederbeutel mit Fünflibern, fünf Münzen als Dauerleihgabe: Ursula und Daniel Loosli präsentieren zusammen mit Hofhund Bäri an der Fundstelle des Münzschatzes ihren Finderlohn.

Ursula und Daniel Loosli blicken auf ein Jahr zurück, das im Zeichen eines der grössten Münzfunde in der Schweiz stand – und das sie unter anderem auch in die japanischen Medien brachte. Die wohl wertvollste Reaktion auf den Fund kam aus dem Briefkasten.

Da liegen sie nun in einer Holzschatulle auf dem Küchentisch von Ursula und Daniel Loosli, fein säuberlich gereinigt: Fünf Antoniniane aus dem römischen Münzschatz von Ueken. «Die Dauerleihgabe wird einen Ehrenplatz bei meinem Vater bekommen», sagt Daniel Loosli. Erhalten hat er die versilberten Bronzemünzen aus dem 3.  Jahrhundert aus den Händen von Kantonsarchäologe Georg Matter und Regierungsrat Alex Hürzeler anlässlich der Vernissage der Ausstellung «Der römische Münzschatz von Ueken» im Vindonissa-Museum in Brugg.

Die Ausstellungseröffnung war der vorläufig letzte Akt von zwölf aufregenden Monaten, die mit einem Münzfund von Daniel Looslis Vater ihren Anfang nahmen. In der Kirschplantage auf dem Chornberg entdeckte Alfred Loosli nämlich 19 Münzen. «Die Prägungen waren deutlich sicht- und teilweise lesbar», erinnert sich Daniel Loosli. Er ahnte deswegen, dass es sich um römische Münzen handelt, recherchierte im Internet – und informierte schliesslich die Kantonsarchäologie. «Am Anfang war man dort nur mässig interessiert», blickt Ursula Loosli zurück, «als die Archäologen aber am ersten Grabungstag gleich drei Kilogramm Münzen fanden, waren sie Feuer und Flamme – und zwei Monate hier.»

«Weil sie grün war, habe ich sie gesehen»: So stolperte Bauer Loosli über die erste römische Münze in seiner Kirschbaumplantage

«Weil sie grün war, habe ich sie gesehen»: So stolperte Bauer Loosli über die erste römische Münze in seiner Kirschbaumplantage

(Novemeber 2015)

Medien berichteten auch in Hawaii

Am Ende wog der Schatz rund 15 Kilogramm, umfasste 4166 Münzen – und wurde zur Mediensensation. «Die Cousine meines Schwiegervaters hat in Hawaii vom Fund per Internet erfahren, in Neuseeland wurde darüber berichtet und es gab auch Meldungen in japanischen Schriftzeichen», sagt Ursula Loosli. Ein bisschen Stolz schwingt in ihren Worten mit.

Dabei wollten die Looslis ursprünglich gar nicht in die Medien. «Am ersten Tag, als der Fund bekannt wurde, stand das Telefon nicht mehr still», erinnert sich Ursula Loosli. Und fügt an: «Ich bin dann in den Garten und habe dort gearbeitet.» Ihr Mann fürchtete gar einen Ansturm von Schatzsuchern auf dem Gelände. Heute weiss er, dass sich dieser in Grenzen gehalten hat. Wobei: «Immer wieder spähen Spaziergänger in die Kirschenplantage, um zu sehen, wo die Münzen gefunden wurden. Und vereinzelt tauchen auch Leute mit Metalldetektoren auf und erkunden das Gelände.»

Vernissage mit Überraschungen

Auch im Briefkasten der Familie Loosli fanden sich Reaktionen auf den Münzfund. «Jemand hat uns mit einer anonymen Postkarte darauf aufmerksam gemacht, dass wir gemäss Zivilgesetzbuch einen Finderlohn zugute hätten», erzählt Ursula Loosli. Die Karte hängt noch heute am Kühlschrank – und auch einen Finderlohn haben die Looslis erhalten: Zwei Lederbeutel mit je 500 Fünflibern. Sie haben zusammen etwa das Gewicht des Münzschatzes.

«Wir waren überrascht, dass wir den Finderlohn in dieser originellen Form erhalten haben», sagt Daniel Loosli. Und an der Vernissage warteten noch weitere Überraschungen auf das Ehepaar: Die Musikgesellschaft Herznach-Ueken, bei der Daniel Loosli Mitglied ist, wurde hinter seinem Rücken für die musikalische Umrahmung engagiert, und den Apéro servierten die Frauen Herznach-Ueken.

Und was macht die Familie mit dem Finderlohn? «Vielleicht vergrabe ich die Münzen für die Nachwelt oder ich kaufe einen Metalldetektor», sagt Daniel Loosli und lacht schallend. Konkrete Pläne gebe es noch nicht, sagt seine Frau ernsthafter. Aber: «Das Geld wird eher in eine neue Landwirtschaftsmaschine investiert als in Ferien.»

Tausende antike Münzen: Einer der grössten römischen Schätze der Schweiz im Kanton Aargau gefunden

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(Novemeber 2015)

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