1. Mai
«Es ist Zeit für die soziale Wende»: Kundgebung in Rheinfelden zum Tag der Arbeit

Der 1. Mai als Kampftag der Arbeiter wurde mit streitbaren Kurzreferaten von SP-Politikern und Gewerkschaftlern begangen. Zu der 90 Minuten dauernden Kundgebung kamen rund 60 Interessierte.

Horatio Gollin
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Die 1.-Mai-Feier wurde von Elisabeth Burgener Brogli moderiert.

Die 1.-Mai-Feier wurde von Elisabeth Burgener Brogli moderiert.

Horatio Gollin

Beim Roten Haus hingen Plakate mit dem diesjährigen Motto der 1.-Mai-Kundgebung: «Zeit für die soziale Wende». Die Kundgebung hatte das 1.-Mai-Komitee organisiert und wurde von Elisabeth Burgener Brogli und Werner Erni moderiert.

Gemäss der langjährigen Tradition fand die Kundgebung der SP-Bezirke Laufenburg und Rheinfelden gemeinsam statt. Auf der Kundgebung wurden kostenlos Masken verteilt und Albert Gassmann, Präsident des Komitees, erinnerte an die Hygieneregeln.

Aufgrund der Pandemie wurden auf eine Verköstigung und auf Livemusik verzichtet. Trotz des regnerischen Wetters waren rund 60 Interessierte gekommen, um den Kurzreferaten zu folgen.

Ruf nach mehr Gerechtigkeit

Grossrätin Claudia Rohrer machte den Auftakt, sie sagte:

«Es ist Zeit für die soziale Wende.»
Grossrätin Claudia Rohrer.

Grossrätin Claudia Rohrer.

Horatio Gollin

In der Pandemie seien Hunderttausende von Kündigungen oder Lohnkürzungen betroffen, die niedrigsten Lohngruppen dabei am stärksten. Sie sprach sich dafür aus, den Wahn der Steuerkonkurrenz in der Schweiz zu stoppen.

Es brauche ein Umdenken, dass mehr Steuerfranken in die Menschen investiert werden, statt Steuergeschenke an wenige zu verteilen. Rohrer ist wie Tom Steiner SP-Kandidatin für die Rheinfelder Stadtratswahl.

Steiner fragte, wie lange Solidarität anhalten könne, wenn einige von der Krise profitierten, während sich die Einkommens- und Vermögensschere weiter öffneten.

Rolf Schmid, Präsident des SP-Bezirks Laufenburg, meinte, dass die Bewältigung multipler Krisen schwer auf der Gesellschaft laste. Beim Klimawandel gehe es letztlich um die Gefährdung der menschlichen Existenz. Er sagte:

«Es geht nicht um nice-to-have oder nice-to-do, sondern um die Verhinderung von Schäden am ökologischen System.»

Vreni Buol-Lüscher, Gemeinderätin in Gipf-Oberfrick und Kandidatin zur Wahl als Gemeindeammann, verwies darauf, dass sich die soziale Wende vor Ort vollziehe, das Thema sei allgegenwärtig.

Es sei ein Muss, dass sich die sozialdemokratischen Politiker in den Behörden bewusst machten, wo sie vor Ort Einfluss auf die soziale Wende nehmen können.

Markus Fäs, Gemeinderat in Möhlin.

Markus Fäs, Gemeinderat in Möhlin.

Horatio Gollin

Markus Fäs, SP-Gemeinderat in Möhlin und Kandidat zur Wahl als Gemeindeammann, warf den Blick auf Möhlin, wo grosse Widerstände gegen den Bauboom zur Ablehnung eines Baugebiets beim Bahnhof geführt hatten.

Er machte Angst vor einem unkontrollierten Wachstum als Ursache aus. «Das Gemeinwesen darf nicht nur Rechtsstaat, sondern muss auch Gerechtigkeitsstaat sein», so Fäs.

Aufgabe der sozialdemokratischen Politiker sei es gerade im ländlichen Raum am Thema soziale Wende dran zu bleiben. Dariyusch Pour Mohsen, Jugendsekretär bei der Unia AG-NWS, griff das Rahmenabkommen zur Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union auf.

Der bestehende Entwurf hätte die Durchsetzung guter Arbeitsbedingungen gefährdet. Das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei nicht diskutierbar. Nach rund eineinhalb Stunden endete die Kundgebung.