Wohlen

Zwölf Lehrpersonen und acht Stellvertreter gehen: Hat die Primarschule Halde ein Problem?

Heute Montag starten zahlreiche neue Lehrpersonen in das Schuljahr am Wohler Primarschulhaus Halde.

Heute Montag starten zahlreiche neue Lehrpersonen in das Schuljahr am Wohler Primarschulhaus Halde.

Eltern von Wohler Schülern wundern sich über die zahlreichen Abgänge an der Primarschule Halde. Das befeuert die Gerüchteküche.

«Wir waren ehrlich gesagt recht geschockt, als wir den Brief von der Schule erhielten», erzählt eine Mutter zweier Primarschüler. Gemeint ist der Infobrief von Schulleiter Ueli Frey, der kurz vor den Sommerferien in die Haushaltungen der 410 Primarschülerinnen und -schüler des Wohler Haldenschulhauses flatterte. Darin ist zu lesen, dass zwölf Lehrerinnen und Lehrer sowie acht Stellvertreterinnen und Stellvertreter die Schule verlassen werden. «Was ist denn da bloss los?», fragte sich die Mutter. Und wähnte sich damit in guter Gesellschaft. Etliche Eltern wunderten sich, dass 20 von insgesamt 50 Lehrpersonen die Kündigung per Ende des letzten Schuljahres einreichten.

«Das Kollegium wurde im vergangenen Jahr arg durchgeschüttelt», schildert Schulpflegepräsident Franco Corsiglia die Lage am Haldenschulhaus, «das Team hatte zwei Burn-outs und einen Suizid zu verkraften.» Es ist zudem ein offenes Geheimnis, dass die Schule aus allen Nähten platzt. Einige der Klassen werden im benachbarten Bezirksschulhaus und im gegenüberliegenden Wietlisbachschulhaus unterrichtet. Diese räumliche Trennung erschwert die Arbeit im Team. Schulleiter Ueli Frey trat seine Arbeitsstelle erst vor einem Jahr an, er hatte also einiges zu bewältigen.

Die Abgänge befeuerten die Gerüchteküche

«Wir hatten gleich zwei Lehrerinnen, die wegen Schwangerschaft ausfielen. Ihre Stellvertretungen übernahmen jeweils zwei Lehrpersonen. Das sind schon mal vier Stellvertreterinnen, die im neuen Schuljahr nicht mehr weiterarbeiten werden», kommentiert Ueli Frey. Hinzu seien im vergangenen Schuljahr einige befristete Stellvertretungen gekommen, die nun per Ende des Schuljahres aufgelöst wurden.

Dennoch: Dass 12 Lehrpersonen auf einen Schlag kündigen, das hat die Gerüchteküche im Dorf zum Brodeln gebracht. «Das kann ich verstehen», bestätigt er. Zwei Lehrpersonen mit langen Arbeitswegen hätten eine Stelle in der Nähe ihres Wohnortes gefunden. Ausserdem hätten die Krankheitsfälle und der Suizid das Kollegium nicht nur durchgeschüttelt, sondern auch einige Lehrerinnen und Lehrer dazu bewogen, sich grundsätzliche Überlegungen zur beruflichen Zukunft zu machen. Und das wiederum habe dazu geführt, dass einige von ihnen nun eine neue Stelle antreten. Hinzu komme, dass sich die Anforderungen an den Lehrberuf enorm verändert hätten. «In den letzten zehn Jahren ist unsere Schule von 12 auf 18 Klassen angewachsen», verdeutlicht er das Wachstum.

«Das Kollegium ist motiviert»

«Es herrscht alles andere als eine schlechte Stimmung», betont der Schulleiter, der im vergangenen Jahr immer wieder als Lehrer einspringen musste. Er komme eben aus dem ersten Treffen mit dem Team und habe festgestellt, dass alle motiviert seien.

Das gelte auch für die neuen Lehrpersonen, mit denen man heute Montag mit Schwung ins Schuljahr starte. Und dies unter dem treffenden Jahresmotto «Zäme».

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