Muri
Zwischen Pflug und Korn steht jetzt ein echter «Murianer»

Franz Käppeli schenkt dem Museum zwischen Pflug und Korn einen seltenen Traktor. Bei der Maschine handelt es sich um eine echte Rarität. Es gibt vermutlich nur noch vier Exemplare.

Eddy Schambron
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Dieser «Murianer», eines von wahrscheinlich nur noch vier Exemplaren, ist in sehr gutem Zustand und bereichert nun für immer das Museum zwischen Pflug und Korn.

Dieser «Murianer», eines von wahrscheinlich nur noch vier Exemplaren, ist in sehr gutem Zustand und bereichert nun für immer das Museum zwischen Pflug und Korn.

Zur Verfügung gestellt

Jetzt ist das Murianer Museum zwischen Pflug und Korn um eine echte Rarität reicher: Franz Käppeli, ein richtiger Murianer, hat den gleichnamigen Traktor dem Bauernmuseum von Muri geschenkt. «Das ist ein echter Gewinn für unser Museum», freut sich Ueli Ineichen, Präsident des Vereins Museum zwischen Pflug und Korn.

Vor langer Zeit, an einer Oktobermesse im Klosterhof in Muri, fiel Hans Stadelmann, dem früheren Betriebsleiter der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule Muri und Sammler von landwirtschaftlichen Maschinen und Handgeräten, der «Murianer»-Traktor auf, der dort ausgestellt war.

Er konnte dessen Besitzer, Guido Egli aus Lütisburg im Toggenburg, vor zehn Jahren überzeugen, den Traktor als Attraktion zur Eröffnung des neuen Museums zwischen Pflug und Korn nach Muri zu bringen.

Der Versuch, ihn gleich zu kaufen, scheiterte allerdings. Egli wollte sich nicht von diesem Traktor trennen, liess ihn jedoch vorerst als Leihgabe im Museum stehen. Für Egli war später, als er sich doch zum Verkauf entschloss, allerdings klar: Sein schöner «Murianer»-Traktor musste in Muri bleiben.

Für die Kosten kommt vollumfänglich Franz Käppeli auf; der Spender und Geltwiler Ehrenbürger unterstützt bereits zahlreiche andere Projekte in Muri und Umgebung finanziell sehr grosszügig.

Der Bauernsohn Franz Käppeli ist nicht nur Muri treu geblieben, sondern auch der Bauernkultur. Er hat aussergewöhnliche Kenntnisse über alte Bauerngerätschaften, mit deren Verwendung und Namen er als «Studierter» bemerkenswert vertraut ist.

Nur sechsjährige Produktion

Wahrscheinlich existieren nur noch vier «Murianer», wobei nicht klar ist, in welchen Zustand die anderen drei sind. Der «Murianer», der jetzt an seinem ursprünglichen Produktionsort bleiben wird, ist jedenfalls in einem hervorragenden Zustand und sein Ford-Motor funktioniert tadellos.

Der Traktor, in seiner Herstellungszeit als «rassige, wendige Arbeitsmaschine, technisch und praktisch durchkonstruiert» angepriesen, verschwand nach etwa sechsjähriger Produktion 1942 wieder vom Markt.

Die Beinwiler Firma Neuhaus hatte zuerst sogenannte Arbeitstraktoren gebaut. Zusammen mit Dr. Ammann entschloss sich Neuhaus später, einen eigenen Traktor zu bauen. Die Produktion wurde darauf von Beinwil nach Muri gezügelt.

Die Geschichte der Neuhaus- und Murianer-Traktoren hat Hans Stadelmann, der treibende Kraft und Mitgründer des Murianer Museums war und im Frühling nun 85-jährig aus dem Vorstand zurücktreten will, lückenlos aufgezeichnet.

«Ich bin während des Zweiten Weltkriegs selber noch mit Neuhaus-Traktoren gefahren», sagt er und freut sich genauso wie der ganze Vorstand darüber, dass ein ausgesucht schönes Exemplar des «Murianers» für immer in Muri bleibt.