Berikon
Zwillingsverein im Glück: Schwangere Zwillinge verwirren die Region

Sie wurden am selben Tag geboren, nun sind sie gleichzeitig schwanger: die Zwillingsschwestern Amanda Furrer und Angela Dullnig. Die Frage nach dem «Gotti» ist bei beiden angehenden Müttern schon geklärt.

Dominic Kobelt
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Die Zwillingsschwestern Amanda Furrer und Angela Dullnig sind beide schwanger

Die Zwillingsschwestern Amanda Furrer und Angela Dullnig sind beide schwanger

Von Dominic Kobelt

Als Einzelkind fühlte man sich an diesem Anlass fast etwas verloren. Oder betrunken. Jede Person war im Restaurant Stalden in Berikon in doppelter Ausführung vorhanden – das alljährliche Treffen des Aargauer Zwillingsvereins fand dieses Jahr im Freiamt statt. Zum Glück trugen alle Namensschilder, denn die Geschwister sind teilweise nur anhand kleiner Details auseinanderzuhalten. Ein Tattoo, ein Nasenstecker, oder, im Fall von Amanda Furrer und Angela Dullnig, an den Bäuchen.

Wobei auch hier der Unterschied klein ist: zwei Monate ist Amanda ihrer Schwester in der Schwangerschaft voraus. «Mein Termin ist in drei Wochen, der von Angela in elf», erzählt Furrer. Und sie sind nicht die Einzigen, die Nachwuchs erwarten. Die beiden Präsidenten Philipp und David Emmenegger werden beide Vater. «Ich wohl im August, Philipp innerhalb der nächsten sieben Tage – es könnte schon heute Abend soweit sein», verkündete David Emmenegger am Samstagabend, bei der Eröffnung der Versammlung.

Zusätzliche Verwirrung

Dass Amanda Furrer und Angela Dullnig gleichzeitig schwanger sind, ist ein Zufall. Wie haben ihre Partner reagiert? «Mein Mann hat sich gefreut, war aber schon fast etwas erschrocken, da die Schwangerschaft vom Amanda so überraschend kam», erzählt Dullnig. «Auch mein Partner hat sich extrem gefreut, als ich ihm erzählt habe, dass meine Schwester ebenfalls schwanger ist», erinnert sich Furrer.

Aufgewachsen sind die Zwillingsschwestern in Muri, heute lebt Amanda Furrer in Arni und Angela Dullnig in Bünzen. Sie pflegen einen recht engen Kontakt und sehen sich mindestens einmal pro Woche.

Für beide ist es das erste Kind. «Wir können uns austauschen, und diese Erfahrung bringt uns näher zusammen», sagt Furrer. Dass beide schwanger sind, verwirrt die Leute zusätzlich. «Manche hielten mich für Amanda, als sie meinen Bauch sahen und noch nicht wussten, dass ich auch schwanger bin», erzählt Dullnig. Wenn sie gemeinsam durch Bremgarten laufen, kämen sie sich manchmal wie eine Zirkusattraktion vor, sagen die beiden und lachen.

Angela (links) und Amanda waren schon als Kinder im Zwillingsverein. Amanda Furrer und Angela Dullnig

Angela (links) und Amanda waren schon als Kinder im Zwillingsverein. Amanda Furrer und Angela Dullnig

Zur Verfügung gestellt

Die Schwestern werden nicht nur Mütter, sie werden auch Gottis, jeweils vom anderen Kind. «Wir haben uns kurz überlegt, ob uns das wohl überfordert, gleich Mutter und Gotti zu werden, aber wir ziehen’s durch», erzählen sie. Ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, weiss weder Amanda noch Angela von ihrem Kind – beide lassen sich überraschen. «Es wäre aber witzig, wenn die beiden sich ähnlichsehen würden», sagen sie.

Die beiden Freiämter Zwillinge sind schon im Aargauischen Zwillingsverein, seit sie drei oder vier Jahre alt sind. Wer einen Abend im Kreise der Doppelgänger verbringt, dem erschliesst sich rasch, warum sich alle auf dieses jährliche Treffen freuen.

Es ist keine Generalversammlung, wie sie bei anderen Vereinen stattfindet. Es erinnert eher an ein Familientreffen. Nach den üblichen Traktanden – Rückblick, Rechnung, Budget – spielt Tanzmusik, ein Trio bläst Alphorn und jodelt, in einer Stubete-Olympiade wird der beste Tisch auserkoren. Um 21.40 Uhr ergreift Philipp Emmenegger das Wort: «Ich verabschiede mich, ich muss in den Kreisssaal!» Kurz vor Mitternacht dann die SMS: Michelle Emmenegger hat das Licht der Welt erblickt.

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