Berikon
Zweiter Anlauf für das Polit-Projekt Mutschellen

Nach einem unerwarteten Marschhalt vor einem Jahr nimmt das Vorhaben «Gemeinde Mutschellen» wieder Fahrt auf. Geplant sind vertiefte Abklärungen unter der Projektbegleitung des erfahrenen Ostschweizers Jean-Claude Kleiner.

Lukas Schumacher
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Zuversicht bei den Gemeindeammännern Peter Spring aus Widen, Stefan Bossard aus Berikon und Josef Brem aus Rudolfstetten (von links).sl

Zuversicht bei den Gemeindeammännern Peter Spring aus Widen, Stefan Bossard aus Berikon und Josef Brem aus Rudolfstetten (von links).sl

Nach einem unerwarteten Marschhalt vor einem Jahr nimmt das Vorhaben «Gemeinde Mutschellen» wieder Fahrt auf. Geplant sind vertiefte Abklärungen unter der Projektbegleitung des erfahrenen Ostschweizers Jean-Claude Kleiner. Drei Optionen will man auf Fakten sowie auf Vor- und Nachteile prüfen: eine noch engere Zusammenarbeit der drei Mutschellengemeinden als heute, die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Zusammenlegung der drei Gemeindeverwaltungen und eine Fusion der drei Gemeinden.

Das zweijährige Polit-Projektpaket umfasst zahlreiche Schritte, Workshops, Arbeitsgruppen, Zwischenberichte, Informationsanlässe und Mitwirkungsmöglichkeiten für die Mutscheller Bewohner. Es kostet alles in allem 275 400 Franken respektive 91 800 Franken je Gemeinde. An den bevorstehenden Gemeindeversammlungen wird darüber abgestimmt. Die Bewohner von Rudolfstetten nehmen am
7. November Stellung, die Einwohner von Widen und Berikon gleichzeitig am 20. November.

Mit sieben Arbeitsgruppen

Wenn alle drei Gemeindeversammlungen das Projektpaket befürworten, werden sieben Arbeitsgruppen gebildet. Diese Arbeitsgruppen mit voraussichtlich je sechs bis acht Personen aus allen drei Gemeinden tragen die wichtigen Grundlagen, Fakten, Folgen und Auswirkungen der drei Varianten «Zusammenarbeit», «Verwaltungsgemeinschaft» und «Fusion» zusammen.

Die erste Arbeitsgruppe befasst sich mit Gemeindebehörden und Verwaltung, die zweite mit Entwicklung, Verkehr, Bau- und Nutzungsordnung. Das Thema der dritten Gruppe ist das Schulwesen, das der vierten sind die Gemeindefinanzen und Liegenschaften. Mit der Versorgung und Entsorgung, also Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung etc. und den dafür zuständigen Gemeindebetrieben beschäftigt sich die fünfte Arbeitsgruppe. Arbeitsgruppe Nummer sechs nimmt sich der Ortsbürgergemeinden, des Forsts und des Werkhofs an.

Das Thema Kultur, Freizeit und Gesellschaft beackert die siebte Mutscheller Arbeitsgruppe. Sie soll auch mögliche Namens- und Wappenvorschläge unterbreiten.

Auch Rudolfstetten im Boot

Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat Rudolfstetten die jetzt neu aufgegleiste Weichenstellung des Polit-Projekts Mutschellen platzen lassen, was bei den Gemeinderäten Berikon und Widen grossen Ärger auslöste. Der nun eingeleitete zweite Anlauf scheint sich nebengeräuschfrei abzuspielen. «Der Gemeinderat Rudolfstetten steht hinter dem Polit-Projekt in der heutigen Form», sagte Rudolfstettens Ammann Josef Brem an einer Medienorientierung in Berikon. Anders als vor einem Jahr seien nun einheitliche Kriterien für die Wahl des begleitenden Fachbüros beherzigt worden. Wie erwähnt, entschieden sich die Gemeindebehörden Mutschellen vor einigen Wochen gemeinsam für den Ostschweizer Jean-Claude Kleiner als Projektbegleiter.

An der Medienorientierung sagte Widens Gemeindeammann Peter Spring, das Polit-Projekt entspreche dem Wählerwillen. Den Auftrag dazu hätten die Gemeinderäte bei der Mutscheller Umfrage 2012 gefasst. Laut Berikons Gemeindeammann Stefan Bossard wird der Vertrag mit Jean-Claude Kleiner im Januar 2015 unterzeichnet, sofern die drei Gemeindeversammlungen die Vorlage im November annehmen.