Wohlen
«Zweimal Weihnachten» macht rund 4000 arme Aargauerinnen und Aargauer glücklich

In Wohlen findet diese Woche die alljährliche Verteilaktion «Zweimal Weihnachten» des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) statt. Die Spendenpakete aus der Bleichi machen viele Aargauer Familien glücklich.

Nora Güdemann
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Chantal Stähli und Erkan Cokicli sortieren die Spenden in der Bleichi.

Chantal Stähli und Erkan Cokicli sortieren die Spenden in der Bleichi.

Nora Güdemann

An Weihnachten werden meist Spielsachen, Bücher, Schmuck und Parfum verschenkt, das Schweizerische Rote Kreuz Aargau packt noch Teigwaren, Reis, Rösti, Zahnbürsten und Hygieneartikel dazu. In der Bleichi in Wohlen findet diese Woche die alljährliche Verteilaktion «Zweimal Weihnachten» des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) statt, bei der rund 7,7 Tonnen Waren aufgenommen, sortiert, verteilt und weiterverschickt werden.

Chantal Stähli, Leiterin der Regionalstelle Freiamt, erklärt, um was es bei der Spendenaktion geht: «In der ganzen Schweiz konnten Bürger während eines gewissen Zeitraums Päckchen mit Spenden gratis zum SRK nach Bern schicken. Dort werden die Waren auf die Kantone verteilt, und dann zu Institutionen und Haushalten gebracht,
die vorher eine Wunschliste eingereicht haben.»

Schweizweit sind 66'000 Pakete mit Hilfsgütern eingeschickt worden. Stähli koordiniert die Verteilaktion in Wohlen zum zweiten Mal, für sie ist es der Höhepunkt ihres Jahres. «Auch in der reichen Schweiz gibt es Familien, die jeden Rappen zwei Mal umdrehen müssen und ihren Alltag unter der Armutsgrenze bestreiten.»

Positive Erinnerungen

Die vollgepackten Kisten, die momentan noch in der Bleichi sortiert werden, gehen mithilfe von Organisationen und Institutionen an rund 4000 Menschen aus dem Aargau. «2500 Erwachsene und 1500 Kinder werden Spendenpäckchen erhalten.» Die Erleichterung und die Freude der Hilfsbedürftigen sei jedes Mal sehr gross und herzerwärmend: «Ich habe einen ganzen Stapel Dankeskarten daheim», so Stähli.

Der Teamleiterin bleiben vor allem viele positive Erinnerungen. Letztes Jahr sei eine Frau mit zwei Kindern vorbeigekommen und hätte geweint vor Glück, weil sie sich am Ende des Monates nicht fragen musste, was sie ihren Kindern zu essen gibt.

Stähli kennt viele solcher Geschichten. Sie betont, dass ohne die 25 freiwilligen Helfer der Verteilaktion kein einziges Päckchen ankommen würde. «Schweizweit sind natürlich viel mehr im Einsatz. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Hände dabei mitgeholfen haben, Bedürftigen ihren Alltag zu erleichtern.»