Es war im letzten Herbst, als die Musikgesellschaft Oberwil-Lieli für ihr Jahreskonzert nach Verstärkungen suchte. Aus der Musikgesellschaft Zufikon meldeten sich sieben Musikanten und hatten fortan ein strenges Programm, denn auch im eigenen Verein bereitete man sich auf das Jahreskonzert vor. Dafür erhielten nun auch die Zufiker Unterstützung aus dem Nachbardorf, die Melodien tönten in der Folge kräftiger und sicherer. Und das Musizieren machte so den Mitgliedern mehr Spass, sind sich die beiden Präsidenten Hanspeter Budmiger (Zufikon) und Christian Giger (Oberwil-Lieli) einig.

Seit Anfang Jahr betreiben die beiden Vereine deshalb eine Spielgemeinschaft, die Generalversammlungen haben das Projekt vor kurzem abgesegnet. «Wir proben gemeinsam. Bei Ständchen helfen wir uns aus, und das Jahreskonzert werden wir zusammen bestreiten», erklärt Giger. Dieses wird am 10. November zweimal in Oberwil-Lieli aufgeführt (Nachmittag und Abend), und am 24. und 25. November nochmals in Zufikon.

Trotzdem betonen die beiden Präsidenten, dass es sich nach wie vor um zwei eigenständige Vereine handelt. «Deshalb proben wir auch alternierend in Zufikon und Oberwil, um den Kontakt zum Dorf nicht zu verlieren», erklärt Budmiger. Dazu gehöre zum Beispiel auch, nach dem Musizieren in eine Beiz einzukehren.

Ähnliche Vereinskulturen

Die Zusammenarbeit ist bisher sehr gut angelaufen, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass es bei den beiden Vereinen auch auf der menschlichen Basis stimmt. «Wir hoffen natürlich, dass sich nun auch das eine oder andere Neumitglied dazu entschliesst, bei uns mitzumachen», erklärt Budmiger.

Die Zufiker haben nur noch 16 Musikantinnen und Musikanten in ihren Reihen. «Zusammen sind wir etwa 35. Da ist es auch für Neue einfacher, weil man sich etwas verstecken kann.» Giger hebt zudem hervor, dass die Vereine ein breiteres Repertoire spielen können. «Und wir haben ähnliche Vereinskulturen, wir ergänzen uns gegenseitig sehr gut.»

Gleichzeitig hat Zufikon sein Dirigenten-Problem gelöst: Nachdem man sich am vorletzten Jahreskonzert vom damaligen Dirigenten getrennt hatte, übernahm Sepp Lüthy den Taktstock, stellte aber klar, dass er diesen Job nur vorübergehend machen möchte. Er ist nun zur Posaune zurückgekehrt, hat sich aber bereit erklärt, zusätzlich als Vizedirigent zur Verfügung zu stehen, falls einmal Not am Mann sein sollte. Die Proben leitet Gilbert Théraulaz, der seit Jahren bei den Oberwilern den Takt angibt.

Flexibilität gefordert

Trotz der erfolgreichen Zusammenarbeit: Eine Fusion streben die beiden Vereine vorläufig nicht an. «Wir werden uns auf die Spielgemeinschaft konzentrieren und sehen, wie es läuft», sagt Giger. Gibt es nebst den vielen Vorteilen auch Stolpersteine? «In jedem Verein gibt es Leute, die etwas festgefahren sind. Die müssen nun eben etwas flexibel werden. Aber man muss ja nicht alles so machen, wie man es in den letzten 20 Jahren gemacht hat», erklärt Giger.

Als Beispiel für die geforderte Flexibilität nennt er den Probetag: «In Zufikon findet die Probe jeweils am Dienstag statt, in Oberwil am Mittwoch.» Dies wurde so beschlossen, weil es keinen Tag gab, der allen gepasst hätte. «Wir wollten nicht, dass ein langjähriges Mitglied nicht mehr hätte mitspielen können, also wechseln wir vorläufig ab.»

Der erste Auftritt der Formation findet anlässlich der Erstkommunion am 8. April in Zufikon statt, die Musik spielt nach dem Gottesdienst.