Muri
Zwei Bäcker- und Koch-Lehrlinge tauschen für eine Woche Beruf und Arbeitsplatz

Die Bäckerei-Konditorei Kreyenbühl und die Küche des Kreisspitals für das Freiamt wollen mit einem Austausch der Lernenden das Verständnis für den Ablauf in verwandten Berufen fördern Die Lernenden sind genauso begeistert wie die Lehrmeister.

Denise Leuthard
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Hauchdünn sollte der Teig sich zwischen den Fingern «aufspannen» lassen, wenn er gut ist. Tiffany Rauch, Koch-Lernende des Kreisspitals für das Freiamt, und Bäcker Burkard Kreyenbühl habens im Griff. zvg

Hauchdünn sollte der Teig sich zwischen den Fingern «aufspannen» lassen, wenn er gut ist. Tiffany Rauch, Koch-Lernende des Kreisspitals für das Freiamt, und Bäcker Burkard Kreyenbühl habens im Griff. zvg

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Dominik Abt und Tiffany Rauch sind beide im zweiten Lehrjahr. Sie lernt im Kreisspital für das Freiamt Koch und er wird in der Bäckerei Kreyenbühl zum Bäcker-Konditor ausgebildet. Die beiden jungen Berufsleute haben für eine Woche Betrieb und Beruf getauscht.

Kleine Geheimnisse

Was sie in der neuen Umgebung erleben und erfahren durften, hat Tiffany Rauch durchwegs begeistert. So erzählt sie, dass sie sich schon als Kind gewundert habe, wie man Osterhasen giesse, sodass diese innen hohl blieben.

Dominik Abt war vor allem von der korrekten Zubereitung verschiedener Fleischsorten fasziniert. «Ich habe viel gelernt und fühle mich nun sicher, wenn ich bei uns in der Konditorei Gemüse für Take-away-Salaterüsten oder Fleisch für Hamburger anbraten darf.» Sowohl die junge Köchin als auch der angehende Bäcker-Konditor kehrten begeistert und mit Elan in ihre Betriebe zurück.

Für Burkard Kreyenbühl – zusammen mit Regula Kreyenbühl Inhaber des Unternehmens in Muri – ist das auch einer der Hauptgründe für diesen Austausch: «Begeisterung und Motivation im Beruf und für den Beruf sind die wichtigsten Zutaten dafür, dass wir unsere Kunden immer wieder mit kreativen Ideen überraschen können. Um dies erreichen zu können, muss man sich für seine Mitarbeiter und Lernenden einsetzen.»

Dass dieser Tausch auch einen direkt messbaren Nutzen hat, liegt auf der Hand. «Heutzutage ist man nicht mehr einfach ‚nur’ Bäcker, sondern ‚Verpfleger’. Die Leute möchten auch einmal einen kleinen Salat oder einen Imbiss für unterwegs kaufen können. Da sind wir auf das Know-howaus der Gastronomie angewiesen», meint Kreyenbühl.

Vierter Lernort

Für Markus Weishaupt, Leitung Gastronomie des Kreisspitals für das Freiamt in Muri, ist es ein zentrales Anliegen, dass seine Lernenden neben dem Zubereiten von Speisen auch die Tätigkeiten der sogenannten «vorgelagerten Betriebe» kennenlernen. «In der Küche haben wir immer weniger Zeit um selber zum Beispiel Backwaren oder Desserts von A-Z herzustellen.

Da sind wir auf qualitativ hochwertige Halbfertigprodukte angewiesen, die wir dann zu einem Dessert verarbeiten», sagt Weishaupt. Aus seiner Sicht sei der Austausch mit diesen Betrieben neben der Berufsschule, den überbetrieblichen Kursen und dem Lehrbetrieb als vierter Lernort zu sehen. Dank solchen berufsübergreifenden Lerngelegenheiten werde der Horizont angehender Köche erweitert und Synergien besser genutzt.

Sowohl für Weishaupt als auch für Kreyenbühl ist die Qualität der Ausbildung zentral, damit die Lernenden fit sind für die zunehmenden beruflichen Herausforderungen.

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