Einwohnerrat Wohlen
Zurückhaltung bei der Bewilligung von Stellen

Der Einwohnerrat Wohlen hat gestern mehreren beantragten Stellenerhöhungen nicht entsprochen und andere Begehren gekürzt. Die Sitzung stand stark unter dem Eindruck der abgelehnten Steuererhöhung vom Sonntag.

Toni Widmer
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Wie hier in Wohlen ist die SVP in zahlreichen Aargauer Einwohnerräten stärkste Kraft – der Vorsprung auf die übrigen Parteien ist im Lokalen allerdings deutlich kleiner als auf kantonaler und nationaler Ebene.

Wie hier in Wohlen ist die SVP in zahlreichen Aargauer Einwohnerräten stärkste Kraft – der Vorsprung auf die übrigen Parteien ist im Lokalen allerdings deutlich kleiner als auf kantonaler und nationaler Ebene.

Dominic Kobelt

Zuerst eine unnötige Rücktrittserklärung: Daniel Angst (FDP) ist zwar zur Wiederwahl angetreten, hat diese aber am Sonntag verpasst. Dennoch ist er jetzt formell per sofort aus dem Rat zurück getreten, weil er per 26. November seinen Wohnort wechselt. Das hat er allerdings schon im Wahlkampf gewusst.

In einer Fraktionserklärung blickte SVP-Präsident Edi Brunner mit Genugtuung auf die Ablehnung des Budgets zurück, sprach vom Sanierungsfall Wohlen, erklärte, dass die SVP keine neuen Stellen bewilligen werde, und appellierte an den Gemeinderat, alle für die gestrige Sitzung vorliegenden Gesuche zurückzuziehen.

GPK sieht Notwendigkeit ein

Die Geschäftsprüfungskommission sah das allerdings nicht so eng. «Der Gemeinderat müsse zwar ein verstärktes Augenmass auf die Löhne haben, erklärte Sprecher Franz Wille, aber im Grundsatz seien die vorliegenden Stellenbegehren nicht abwegig: «Es bringt auch nichts, wenn unsere Verwaltungsangestellten zuhauf Ferien und Überstunden anhäufen und allenfalls sogar noch krank werden.»

Vorab ging es um eine Pensenerhöhung von 80 % bei der Informatik. Die Grünen signalisierten ebenso Zustimmung wie CVP, GLP/EVP und SP. Die FDP verlangte im Sinne einer Zwischenlösung die Anpassung der Funktionsstufe und die SVP war strikte dagegen. Die zusätzliche Stelle wurde schliesslich mit 15:21 Stimmen unerwartet deutlich abgelehnt. Besser erging es der Abteilung soziale Dienste. Hier standen eine Pensenerhöhung von 100 % sowie eine 50 %-Stelle bei der SVA-Zweigstelle zur Diskussion.

Die SP stimmte für beide Anträge, GLP/EVP beantragten, statt eines zusätzlichen 100 %-Pensums bei der allgemeinen Abteilung nur 70 % zu bewilligen. Grüne und CVP konnten damit leben, FDP und SVP war aber auch das noch zu viel. In der Schlussabstimmung wurden eine Stellenerhöhung von 70 % und eine solche von 50 % bewilligt.

Bauverwaltung muss darben

Auch die Abteilung Planung, Bau und Umwelt musste gestern Abend Federn lassen. Statt wie vom Gemeinderat gefordert 100 % für den Tiefbau sowie ein weiteres, jedoch befristetes Vollpensum zur Bewältigung der anstehenden Grossprojekte (Schulhauserweiterung, Badi, Bahnhof usw.) gab es lediglich ein zusätzliches 70 %-Pensum. Die GPK hatte die Kürzung bei der beantragten Stelle für den Tiefbau vorgeschlagen, die befristete Vollzeitstelle jedoch zur Bewilligung empfohlen. Diesem Antrag folgten ausser der SVP alle Parteien, die FDP allerdings nicht geschlossen. Das gab dann auch den Ausschlag in der Schlussabstimmung für das befristete Pensum. Sie endete bei 18:18 Stimmen mit einem Patt, Ratspräsidentin Marlis Spörri (SVP) machte die Sache wie erwartet im Sinne ihrer Fraktion klar.

195 000 Franken für den Bahnhof

Nicht umstritten war ein Kredit von 195 000 Franken für Vorarbeiten beim Bahnhof. Weil die SBB dort in Kürze umbaut, finanziert die Gemeinde Wohlen gleichzeitig kleinere Vorleistungen, um sich im Hinblick einer späteren Umgestaltung nichts zu verbauen.

Genehmigt wurden gestern auch das Reglement über die Sicherung und den Unterhalt der subventionierten Meliorationswerke, inklusive Aufhebung des Unterhaltsreglements Bodenverbesserung sowie verschiedene Kreditabrechnungen.