Seit Jahren bin ich single. Warum? Die Antwort, die mir selbst am besten gefällt, hat mir einst eine Kollegin geliefert: «Du bist intelligent, siehst gut aus, bist zuvorkommend, höflich, einfühlsam und kannst gut zuhören. Du bist überqualifiziert.» Wenn ich die Frage ernsthaft beantworten soll, lautet die Antwort wohl, dass ich die richtige Frau einfach noch nicht gefunden habe.


An der Fasnacht bieten sich bekanntlich immer Mal wieder Gelegenheiten, neue Bekanntschaften zu schliessen. Und da ich in diesem Jahr wohl noch öfters als früher an Fasnachts-Bällen unterwegs bin, wollte ich mich dementsprechend vorbereiten. Auffallend ist nämlich, dass es bei den Sumpfer-Stilzli Kelleramt viele Paare gibt. Drei davon habe ich mir herausgepickt und zum Videointerview gebeten – und erhoffe mir so, zum Liebes-Experten zu werden.


«Karin war Neugugger. Am Anfang ging ich ihr wohl etwas auf den Sack. Aber dann hats doch gepasst», beschreibt Marco, wie seine Freundin und er ein Paar wurden. Auch Mimi und Daniel, der von allen Frefi genannt wird, haben sich bei den Sumpfer-Stilzli kennen gelernt, brauchten aber etwas länger, bis daraus Liebe entstand: «Wir sind jetzt acht Monate zusammen», rechnet Mimi vor, und Frefi nickt, nachdem er nachgerechnet hat. Die beiden kennen sich schon drei Jahre. Es ist gerade ihre erste Fasnachts-Saison, die sie als Paar verbringen. Haben sie Angst, dass sie sich irgendwann auf die Nerven gehen, wenn sie so oft zusammen sind? «Bis jetzt läuft es super. Wir sind selber überrascht. Wir sind immer noch frisch verliebt und kleben die meiste Zeit aneinander», erzählt Mimi.

Alain, der schon drei Jahre mit Alice zusammen ist, hat da mehr Erfahrung, was das gemeinsame Fasnächtlen betrifft. Klar gerate man manchmal aneinander, aber das gehöre zu einer Beziehung. Alice unterstreicht die positiven Seiten: «Es ist ja auch schön, wenn man gemeinsam etwas unternehmen kann, das man gerne macht.»


Fazit: Alle Paare haben sich bei den Sumpfer-Stilzli kennen und lieben gelernt. Warum ist das so? Meine Vermutung: Es gibt zwei Arten von Menschen. Solche, die Fasnacht lieben, und die anderen. Es ist offenbar leichter, eine Beziehung zu führen, wenn sich beide Partner in der Fasnachts-Frage einig sind. Wenn mir also das nächste Mal eine Frau sagt, dass sie mit diesem ganzen Fasnachts-Getue nichts anfangen könne, dann drehe ich mich um und gehe. Frauen ohne Fasnachts-Gen sind wohl nicht mit mir kompatibel.

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