Fasnachts-Kolumne

Zum ersten Mal aufräumen – das grosse Putzen nach dem Fasnachtsball

Aufbau Schüürball

Aufbau Schüürball

Die Gestaltung der Turnhalle im Zeitraffer

Online-Redaktor Dominic Kobelt ist ein erfahrener Fasnächtler, spielt jetzt aber zum ersten Mal in einer Guggenmusik. In seiner Kolumne berichtet der Freiämter von seiner ersten Saison mit den Sumpfer-Stilzli Kelleramt. In seinem letzten Beitrag schreibt er über den Schüürball – und das grosse Aufräumen.

Es ist geschafft – der Schüürball 2019 ist vorbei, und damit geht auch meine erste Saison als Guggenmusiker zu Ende. Meine Füsse schmerzen, an den Fingern habe ich Blasen, in meinem Bart und in den Wimpern kleben noch Reste von der Schminke, und über die Konfetti in meiner Wohnung kann ich mich wohl auch Weihnachten noch freuen.

Mit den Vorbereitungen für unseren Ball haben wir am Dienstag begonnen. Nur schon sämtliches Material zu holen und auszuladen, nimmt einen ganzen Abend in Anspruch, zwei volle Tage wird anschliessend geschraubt, gehämmert, konstruiert und verkabelt. Viele im Verein nehmen sich frei, damit das Areal am Samstagabend für unsere Gäste bereit ist. Mein persönliches Highlight: eine sich drehende Bar in der Mitte der Turnhalle. Quasi ein Karussell mit Bierausschank.

Weniger Spass macht dann das Aufräumen. Am Sonntagmorgen um fünf greife ich zum Besen und wische Glasscherben, Essensreste, einen Turnschuh und Millionen von Konfetti zusammen. Während ich den Besen schwinge, überlege ich mir, ob es nicht einen einfacheren Weg gäbe, die Halle sauber zu bekommen.

Plötzlich erinnere ich mich an einen Werbespot für ein Spülmittel, der vor Jahren im Fernsehen lief: Zwei Dörfer feiern die ganze Nacht, und am nächsten Morgen folgt der Abwasch. Der Hersteller wirbt damit, dass nur mit seinem Produkt die Pfannen schnell und mühelos sauber werden. «Fairy Ultra, das kleine Wunder gegen Fett», oder so ähnlich. Vielleicht gibt es ja auch einen Hersteller von Staubsaugern, Reisigbesen oder Putzmaschinen, den wir überreden könnten, bei uns einen Werbespot zu drehen. Ich weiss nicht, woher Fairy die ganzen Berge mit dreckigem Geschirr hatte, aber wir würden unseren Müll allfälligen Interessenten gratis zur Verfügung stellen.

Ich fege weiter, und mir kommen noch mehr Ideen. Statt eine Turnhalle zu dekorieren, könnte man im nächsten Jahr eine Pool-Party veranstalten. Am Morgen ziehen wir den Stöpsel, und das dreckige Wasser fliesst mitsamt allen Konfetti in die Kanalisation. Oder wir kleben all unseren Gästen doppelseitiges Klebeband an die Schuhe, dann säuber sie die Halle, während sie tanzen.

Vielleicht kommen mir auch noch bessere Ideen, wenn ich ein paar Stunden geschlafen habe.

Hier finden Sie alle Beiträge der Kolumne.

Meistgesehen

Artboard 1