Bremgarten
Zum Abschluss eine Reise in die Vergangenheit

Isenlauf-Oberstufenklassen haben im Abschlussprojekt eine Modeschau, ein Theater und ein Konzert realisiert.

Susanna Vanek
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Die Modeschau war Teil des Abschlussprojektes, das das Publikum auf eine Zeitreise mitnahm.

Die Modeschau war Teil des Abschlussprojektes, das das Publikum auf eine Zeitreise mitnahm.

SV

Im Sommer werden die Schülerinnen und Schüler der letzten Oberstufenklassen des Schulhauses Isenlauf zu neuen Ufern aufbrechen. Im Rahmen eines Abschlussprojektes nahmen sie Verwandte und Freunde mit auf eine abwechslungsreiche Reise in die Vergangenheit mit. Sie schienen einer anderen Zeit zu entstammen, die Mädchen, die in dunklen Kleidern, die züchtig die Knie bedeckten, über den roten Teppich, der im Schulhaus Isenlauf ausgelegt worden war, schritten.

Was suchten sie im Bremgarter Schulgebäude? Wie haben sich die Frauen in den letzten Jahrzehnten gekleidet, das war eben eine der Fragen, die sich die Schülerinnen und Schüler der zwei letzten Sek-Klassen und der letzten Realklasse des Isenlaufschulhauses im Rahmen ihres Abschlussprojektes stellten.

Von 1940 bis heute

«Es ist das erste Mal, dass wir ein solches Abschlussprojekt gemacht haben», erzählt die Stufenleiterin Ursula Wiederkehr, «das Ziel war, die 36 Schülerinnen und Schüler auch in den letzten Schulmonaten zu motivieren, etwas zu leisten, gemeinsam etwas zu erarbeiten.» Im Laufe der Monate sei das Thema «Weisch no? Eine Reise durch die Zeit» entwickelt worden.

Es ging um die Jahre von 1940 bis heute, und im Fokus stand nicht nur die Mode, sondern auch die Musik, es entstand ein Theaterstück und es wurde geforscht, welche Themen beherrschend gewesen waren, nicht nur weltweit, sondern auch im Reussstädtchen selber. Die Schülerinnen und Schüler hatten zu diesem Zweck alle am Dienstagnachmittag Unterricht bei ihrem Klassenlehrer und eine Stunde Musik. In dieser Zeit konnten sie sich je nach Gusto verschiedenen Projektgruppen anschliessen.

Das Experiment glückte. Denn was das Publikum während verschiedener Auftritte zu sehen und hören bekam, war beachtlich. Und der riesige Publikumsaufmarsch bewies, dass das Interesse am Projekt auch bei Eltern, Geschwistern und Freunden beachtlich war. Da war etwa der Auftritt der Isi-Band, die bekannte Songs aus den letzten Jahrzehnten coverte. Was nicht zu hören war: Einige Bandmitglieder hatten bis zum letzten Schuljahr kein Musikinstrument gespielt, sondern es extra im Rahmen des Projektes erlernt.

Franziska Hauser und Lisa Belser hatten die Songs mit den Schülerinnen und Schülern einstudiert und man konnte ihnen die Freude am gelungenen Konzert ansehen. Hauser war auch in der Theatergruppe engagiert, die Sketches zu den verschiedenen Zeitepochen zeigte. Dabei arbeiteten die Schülerinnen und Schüler sehr selbstständig, entwickelten Ideen und überlegten, wie man sie auf die Bühne bringen konnte.

Petticoats oder Discohosen

Was das Publikum bei der Modeschau zu sehen bekam, verleitete hin und wieder zum Schmunzeln. Wirklich beachtlich war, dass einige Schülerinnen ihre Outfits für die Modeschau selber geschneidert hatten. Am Rande der Modeschau fieberte eine hochgewachsene junge Frau mit und freute sich über jeden gelungenen Gang über den Catwalk. Das Model Rebekka Iten hatte den Schülerinnen und Schülern das Laufen auf dem Laufsteg beigebracht. Der einzige junge Mann, der hier mitmachte, zeigte eine Breakdance-Performance.

An einer Ausstellung konnte das Publikum nicht nur historische Persönlichkeiten kennenlernen oder ein Interview mit dem ehemaligen Stadtammann Robert Bamert lesen, sondern auch einen Blick darauf werfen, wie sich die Abschlussklassen Bremgarten im Jahre 2050 vorstellen. Das Reussstädtchen wird dann, glauben sie, aus vielen Hochhäusern bestehen.

Die Stadtkirche wird indes stehen bleiben, auch das Isenlauf-Schulhaus – genauso wie das Schwimmbad. «Das haben wir absichtlich so gemacht, weil es ja Diskussionen rund um die Sanierung des Hallenbades gibt», verriet der Schüler Luca Bühlmann. Ob sich diese Vision bewahrheiten wird, wird sich zeigen.