Bünzen
Zum 100. Geburtstag beschenkte sich die Musikgesellschaft selbst

Die Musikgesellschaft beschenkt sich zum 100- jährigen Jubiläum gleich selbst mit einer neuen Fahne.

Jeremy Chavez
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Der erste Einsatz für die neue Fahne der Musikgesellschaft Bünzen.

Der erste Einsatz für die neue Fahne der Musikgesellschaft Bünzen.

Jeremy Chavez

Der letzte Song wurde dem Abend gerecht. «Coming to America», ein Arrangement geprägt von Trommelwirbeln und Fanfaren, brachte einen Hauch von amerikanischem Patriotismus an die Fahnenweihe der Musikgesellschaft Bünzen. Das Stück war der Abschluss eines gelungenen und musikalisch abwechslungsreichen Konzerts. Das begeisterte Publikum in der gut gefüllten Pfarrkirche dankte mit einer Standing Ovation. Speziell gelang der Auftritt mit Gastorganist Johannes Strobl aus Muri. Für das gemeinsame Duett zu Beethovens «Ode an die Freude» ernteten die Musiker frenetischen Applaus.

Die Aufführung vom Sonntag war eine der letzten Termine im Jubiläumsjahr der Musikgesellschaft und stellte gleichzeitig die Weichen für die Zukunft. Als Geburtstagsgeschenk kreierte der Hausgrafiker Dani Küttel eine neue Fahne. Ehrenamtlich machte er sich an die Arbeit, den hohen Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Einfach war dies nicht, und erst nach dem fünften Entwurf hat man sich auf ein Sujet geeinigt. Das Resultat lässt viel Platz für Eigeninterpretation. «Wenn ein Verein alt werden will, muss er jung bleiben», meint dazu Marlise Müller-Dietrich, Gemeindeammann von Bünzen. Die Fahne selbst erscheint in einem dunklen Blau und ist von Wellenlinien überzogen. In den gesamten Hintergrund wurden kleine Notenschlüssel eingewoben.

Viel Zeit und Herzblut

Wie wichtig dieses Stück gewobene Seide für die 100-jährige Geschichte der Musikgesellschaft Bünzen ist, zeigte sich erst, als Präsident Lukas Müller ans Rednerpult trat. Seine Augen glitzerten und die Freude war ihm ins Gesicht geschrieben. Der engagierte Kornettist, der seit 2014 im Vorstand den Takt angibt, hat viel Zeit und Herzblut in das ungewöhnliche Geburtstagsgeschenk gesteckt.

Als er beim anschliessenden Apéro bei Glühwein und Lebkuchen auf die neue Fahne angesprochen wird, kommt er nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Genauso wie das Konzert sei sie super gelungen und einzigartig. Gemeinsam wird auf das nächste Jahrhundert angestossen. «Jetzt müssen wir unsere Ziele nur noch musikalisch umsetzen», sagt Müller. Die nächste Gelegenheit dazu erhält die Musikgesellschaft bereits am 18. Januar beim Jahreskonzert in der Mehrzweckhalle Bünzen.