Dietwil

Zuerst evakuiert und dann von Zivilschützern verpflegt

Florian Stadelmann, Lukas Iten und Raphael Nietlispach versorgen die Kinder in derPause mit Getränken und einer Zwischenverpflegung. Eddy Schambron

Florian Stadelmann, Lukas Iten und Raphael Nietlispach versorgen die Kinder in derPause mit Getränken und einer Zwischenverpflegung. Eddy Schambron

Der Zivilschutz Oberfreiamt und die Feuerwehr arbeiteten in einer Übung zusammen. Dabei sollten die 5. und 6. Klasse der Schule in Dietwil evakuiert werden.

Als Rauch aus dem Treppenhaus quoll, wurde das Schulhaus Dietwil ernstfallmässig evakuiert. Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten suchten Geschoss für Geschoss ab, um allenfalls Personen aufzuspüren, denen die Flucht ins Freie nicht gelungen war.

Mit dabei waren zwölf Personen der Zivilschutzorganisation (ZSO) Oberfreiamt, welche schliesslich die 5./6. Klasse in der Zivilschutzanlage 24 Stunden betreute.

«Wir haben bewusst einen Brandfall mit viel Rauchentwicklung angenommen und nicht etwa einen Anschlag auf die Schule oder eine Geiselnahme», erklärte Romuald Brem, Kommandant der ZSO Oberfreiamt, «obwohl jeden Tag ein Gestörter aufsteht.» Die Übung sollte den Schülerinnen und Schülern schliesslich nicht Angst machen.

Unabhängig vom Szenario galt es, 134 Kinder und Lehrkräfte schnell aus dem Schulhaus und in Sicherheit zu bringen. Die Kinder versammelten sich nach der Flucht aus dem Gebäude auf dem oberen Pausenplatz, wo sie von Zivilschützern verpflegt wurden.

Nacht in Zivilschutzanlage

«Die Theorie für eine solche Evakuierung haben wir schon vor einem Jahr erörtert, jetzt wollten wir sie einmal ernstfallmässig durchspielen.» Bei Schulleiter Reto Tschupp und Hauswart Thomas Zemp, «für uns erste und wichtigste Ansprechpartner in einem solchen Fall», wie Brem ausführte, fanden die Zivilschützer offene Ohren für diese Übung.

Feuerwehrleute unter dem Kommando von Meinrad Lauber sorgten für die Sicherheit, dass keine Menschen im Gebäude verblieben.

Die Jugendlichen der 5./6. Klasse wurden schliesslich in die Zivilschutzanlage geführt, wo sie wie in einem Ernstfall weiterbetreut wurden, erklärte Zivilschützer Raphael Nietlispach. Zum Mittagessen gab es Rahmgeschnetzeltes, am Abend Spaghetti Bolognaise, verrieten die Köche Florian Stadelmann und Lukas Iten.

Am Nachmittag wurden mit den Jugendlichen Videos zum Thema Bewegung gedreht, nach dem Nachtessen gab es für die 14 Jugendlichen, die von den Eltern die Erlaubnis zur Übernachtung in der Zivilschutzanlage erhalten hatten, einen Kinoabend.

Sieben Gemeinden

Dem «Gemeindeverband Bevölkerungsschutz und Zivilschutz der Region Oberfreiamt» (GBZO) gehören die sieben Gemeinden Abtwil, Auw, Dietwil, Merenschwand, Mühlau, Oberrüti und Sins an. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von rund 60 Quadratkilometern und die Einwohnerzahl nähert sich der Grenze von 14 000.

2001 schlossen sich die politischen Gemeinden der damaligen ZSO Sins-Abtwil-Auw, der ZSO Oberrüti-Dietwil sowie der ZSO Region Merenschwand zur neuen ZSO Oberfreiamt zusammen. Verbandssitz wurde gleichzeitig die Leitgemeinde Sins, ab 2008 firmiert der Gemeindeverband unter der Bezeichnung GBZO. Er erfüllt für seine Mitgliedergemeinden die nach der eidgenössischen und kantonalen Gesetzgebung erforderlichen Aufgaben im Bevölkerungsschutz und im Zivilschutz.

Meistgesehen

Artboard 1