Geltwil
«Zu viele Unsicherheiten»: Gemeinderat gibt der Privatschule einen Korb

Die Gesamtschule von Geltwil steht wegen zu wenigen Kindern vor der Schliessung. Der Gemeinderat bevorzugt den Anschluss an die Schule Buttwil.

Eddy Schambron
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Licht aus in der Gesamtschule Geltwil: Sie wird auf Ende des Schuljahres geschlossen, bis Ende März soll der Entscheid für die Anschlusslösung getroffen sein. ES

Licht aus in der Gesamtschule Geltwil: Sie wird auf Ende des Schuljahres geschlossen, bis Ende März soll der Entscheid für die Anschlusslösung getroffen sein. ES

Eddy Schambron

Klar ist, dass die kleinste Schule im Freiamt, die Gesamtschule Geltwil, wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden muss. Noch nicht klar ist, wo die nach aktuellem Stand neun Schülerinnen und Schüler für das nächste Schuljahr unterrichtet werden.

Neben einer Privatschule, die sich in Geltwil zu etablieren hofft, nehmen die Nachbarschulen Beinwil und Buttwil die Geltwiler Kinder gerne auf. «Noch ist alles offen», sagt der Gemeinderat Geltwil.

Er wartet die Empfehlung der Schulpflege ab, die noch eine der Nachbarschulen besuchen und beurteilen will. Aber er favorisiert bereits heute die Schule Buttwil, nicht zuletzt deshalb, weil nach Buttwil ein regelmässiger Postautokurs führt. Der Entscheid soll bis Ende März gefällt sein.

Nicht teurer als heute

An einer Orientierungsversammlung stellte Angela Fisch ihre neue Privatschule Sonnenweg vor. Sie würde von der Gemeinde die benötigten Schulräumlichkeiten mieten, anderseits das Schulgeld für die Geltwiler auf den heutigen Kosten pro Schülerin und Schüler berechnen. Dieses Schulgeld ist heute schon, mit der eigenen Schule, ungefähr doppelt so hoch, wie das Schulgeld in den Nachbargemeinden zu stehen käme.

«So bleibt das Schulangebot erhalten, die Infrastruktur kann genutzt werden und es bietet sich die Chance für einen Neuanfang ohne Diktat von oben», warb Fisch für diese Lösung. Sie hat insofern einen Haken für die Gemeinde, als den Eltern, die ihre Kinder nicht in diese Privatschule schicken möchten, der Zugang zu einer öffentlichen Volksschule geboten werden müsste. Mit Fisch hat der Gemeinderat erst über Rahmenbedingungen gesprochen; ein Vertrag müsste noch ausgehandelt werden.

Zu viele Unsicherheiten

Mit der Privatschule gehe die Gemeinde viel zu viele Unsicherheiten ein, meinte Gemeindeammann Daniel Appert. Neben den hohen Kosten fehle der Umsetzung des Konzepts – unter anderem individuelle Lernwege und eigenes Lerntempo sowie naturnahe und stressfreie Stofferarbeitung – noch der Erfolgsnachweis.

«Als die beste Lösung» sehe der Gemeinderat den Anschluss an eine öffentliche Schule in der Nachbarschaft. «Wir beurteilen die Qualität der Schulen nicht», sagte Appert, «das ist Sache der Schulpflege.» Beinwil und Buttwil seien für den Gemeinderat grundsätzlich gleichwertig. Aber er sehe die Schule Buttwil an erster Stelle. «Wir haben die Kinder dort schon im Kindergarten und wir haben eine bestehende Postautolinie nach Buttwil. Das gab den Ausschlag im Gemeinderat, einstimmig für die Variante Schule Buttwil zu sein.»

Sollte der Entscheid allerdings zugunsten von Beinwil fallen, müsste ein Fahrdienst organisiert werden. Die Schulpflege selber findet es schade, dass der Gemeinderat jetzt schon seine Bevorzugung bekannt gegeben hat. «Wir hoffen, dass er offen genug ist, wenn die Schulpflege zu einer anderen Einschätzung kommen sollte», sagte Vizepräsident Michael Dürig. «Kinder sollten nicht als Ressource für die Stärkung des Postautokurses herhalten müssen.»

Gemeinde nicht gefährdet

Jetzt wird die Schulpflege noch eine Beurteilung vornehmen und eine Empfehlung abgeben. Dann kommt es zum Entscheid durch den Gemeinderat. Appert befürchtet nicht, dass das Gemeindeleben durch den Verlust der Schule Schaden nimmt. «Es ist sicher bedauerlich, auf die eigene Schule verzichten zu müssen. Aber wir haben keine Angst um die Gemeinde, solange wir personell alle Ämter besetzen können und die Finanzen stimmen.» Kommentar rechts

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