Boswil
Zu viel des Guten: Asylunterkunft kämpft gegen anonyme Spenden

Immer wieder werden unbemerkt Haushaltsgeräte, kaputte Fahrräder oder sogar verderbliche Lebensmittel vor die Unterkunft gestellt. Das ist der Leitung der Asylunterkunft Boswil zu viel.

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Die Boswiler meinen es gut mit den Asylbewerber - man muss sogar Spenden wegwerfen (Symbolbild).

Die Boswiler meinen es gut mit den Asylbewerber - man muss sogar Spenden wegwerfen (Symbolbild).

Isabelle Schwab

Die Asylunterkunft in Boswil hat keinen Bedarf mehr an Spenden, trotzdem stellen immer wieder unbekannte Personen unbemerkt Gegenstände wie kaputte Fahrräder oder Esswaren wie Brot und Kuchen vor die Unterkunft. Das schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Das Problem dabei ist, dass die Asylunterkunft die gespendeten Sachen auf eigene Kosten wieder entsorgen muss.

Vorallem verderbliche Esswaren, die beispielsweise mit Sahne oder Eier gemacht wurden sind heikel, denn man weiss nicht, wann und für wie lange die Kühlkette unterbrochen wurde. Schlussendlich verfügt man über so viel Esswaren, dass ein Grossteil zwangsläufig im Abfall landet, da nicht alles rechtzeitig gegessen werden kann.

Viel Brot für die Asylbewerber Die Unterkunft kann sich fast nicht vor den Spenden retten. Vor der Türe stapeln sich Esswaren und Haushaltsgeräte (Symbolbild/Dieses Bild stammt nicht aus Boswil).

Viel Brot für die Asylbewerber Die Unterkunft kann sich fast nicht vor den Spenden retten. Vor der Türe stapeln sich Esswaren und Haushaltsgeräte (Symbolbild/Dieses Bild stammt nicht aus Boswil).

Ausserdem stammen alle neun Asylbewerber in Boswil aus Afghanistan, die eine andere Kultur mit anderen Essgewohnheiten pflegen als in der Schweiz.

An Einrichtungsgegenständen mangelt es in der Unterkunft auch nicht, in naher Zukunft ist die Versorgung ebenfalls abgesichert. «Im Moment haben wir alles was wir brauchen, wir haben zwei bis drei Aufrufe in der Bevölkerung gemacht und haben sehr viel Ware bekommen», sagt Gemeindeschreiber Daniel Wicki gegenüber Radio Argovia. «Wir haben eine Liste mit Sachen, die uns die Leute angeboten haben, die wir quasi auf Abruf haben falls wir was bräuchten.» Wer trotzdem etwas für die Asylbewerber spenden will, der soll sich zuerst bei der Gemeinde Boswil melden. (dh)

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