Wahlen 2019

Zu früh publiziert: Wie Islisberg gewählt hat, war in aller Munde

Der Bund sieht es nicht gerne, wenn Gemeinden ihre Wahlergebnisse bereits publizieren, bevor alle Urnen geschlossen sind. (Symbolbild)

Der Bund sieht es nicht gerne, wenn Gemeinden ihre Wahlergebnisse bereits publizieren, bevor alle Urnen geschlossen sind. (Symbolbild)

Nationale Wahlergebnisse nicht vor 12 Uhr publizieren, so die Bitte des Bundes. Zwei Freiämter Gemeinden hielten sich nicht daran.

Der Name Islisberg tauchte am Sonntag in den Livetickern verschiedener Medien auf. Um 11:28 tickerte etwa das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) auf seiner Website: «Erste Resultate aus der 600-Seelen-Gemeinde Islisberg im Kanton Aargau: Demnach verliert die SVP gegenüber 2015 klar.»

Auch auf der Website des Tagesanzeigers oder des Newsportals Watson war zu lesen, dass in Islisberg die SVP 43,4 Prozent aller Stimmen auf sich vereinte und die Grünen im Vergleich zu 2015 stark zulegten.

Kerstin Kessler ist die Gemeindeschreiberin von Islisberg. Sie hat am Sonntag mitbekommen, dass die Wahlergebnisse aus Islisberg plötzlich in aller Munde waren – schlicht und einfach, weil die Gemeinde als eine der ersten informierte. Dabei publiziert die Gemeinde nationale Wahl- und Abstimmungsergebnisse bewusst nur auf der Website und am Anschlagsbrett der Gemeinde; verzichtet auf den Versand per Mail.

Die Information richte sich in erster Linie an die Bewohner. «Offenbar haben aber auch Medienvertreter unsere Website besucht», sagt Kessler und ergänzt: «Vielleicht terminieren wir die Veröffentlichung bei den nächsten Wahlen auf 12 Uhr.» Denn der Bund sieht es nicht gerne, wenn Gemeinden ihre Ergebnisse bereits publizieren, bevor alle Wahlurnen geschlossen sind. Die Befürchtung: Dadurch könnte der Ausgang der Wahl beeinflusst werden.

Eggenwil ignoriert die Bitte des Bundes

Eine Argumentation, für die man in Eggenwil wenig Verständnis hat. Zu unwahrscheinlich sei dieses Szenario, und so publizierte Eggenwil seine Ergebnisse wie immer, sobald alle Stimmen ausgezählt waren und die Mitglieder des Wahlbüros nach Hause konnten. Was am letzten Sonntag um 11.35 Uhr der Fall war. Nach Ansicht des Bundes 25 Minuten zu früh. «Ich bin mir dessen bewusst», sagt Walter Bürgi, Gemeindeschreiber von Eggenwil. Ändern will er nichts. «Ich kann mit der Kritik des Bundes gut leben.» Es sei nicht das Ziel, die Schnellsten zu sein, betont er weiter. Doch da in Eggenwil die Urnen bereits um 9.30 Uhr schliessen würden, sei man früher dran als andere. Die Folge: SRF berichtete am Sonntag auch, welche Parteien die Eggenwiler gewählt haben.

Diese 16 Aargauerinnen und Aargauer schaffen die Wahl in den Nationalrat:

Lesen Sie hier den AZ-Liveticker zu den Aargauer Wahlen nach:

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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