Hin und wieder bestreiten die Kinder und Jugendlichen vom Jugendzirkus Arabas ein Gastspiel. Je nach Anfrage führt die Reise der in der Region Bremgarten, genauer in Zufikon beheimateten Zirkustruppe etwas weiter. So geschehen am Wochenende. Man fuhr ins Bundesarchiv nach Bern. Dort öffneten 35 Museen der Stadt ihre Türen zur Museumsnacht.

Fünfzehnminütiger Frühstart

Am Freitagabend kurz vor sechs Uhr fand die letzte Probe vor dem ersten Auftritt statt. Die Kinder trugen Trainingsanzüge. Hinten am Fenster, im kleinen Saal des Bundesarchivs, wirbelten Joel, Dimitri und Florian ihre Diabolos durch die Luft, während Livia, Nora, Chantal und Ladina noch einmal ihre Übung auf dem Seil tanzten. Der Arabas-Delegation gehörten elf Kinder und Jugendliche sowie fünf erwachsene Begleitpersonen an.

Noch waren die Freiämter unter sich – doch schon im nächsten Moment öffnete sich die Tür und das Publikum strömte herein. Die Jungartisten schauten sich fragend an, verschwanden von ihren Geräten und suchten die Garderobe auf. Der Auftritt war doch erst in einer Viertelstunde vorgesehen? Jemand hatte offenbar die Tür zu früh geöffnet. Schnell die Kostüme anziehen und die Haare frisieren. Keines der Kinder geriet in Panik. Im Gegenteil, fast professionell sass jeder Handgriff, im Nu war auch die letzte Haarspange fixiert. Keine fünf Minuten später standen alle auf der Bühne. Anika macht die Ansprache, die Musik startete, die Show begann..

Jonglagen und Balanceakte

Die Kids präsentierten Kunststücke auf dem Einrad, sie jonglierten mit Bällen und Keulen, balancierten auf dem Rolla-Rolla und zeigten Überschläge am Boden. Dem Publikum gefiels. Insgesamt vier Mal zeigten die Kids die Schau, jedes Mal waren an die 100 Zuschauer im Saal. Nach jeder Vorstellung durften die kleinen Zuschauer mitturnen und die diversen Gerätschaften der Zirkuskinder ausprobieren.

«Das ist ein spezieller Anlass», sagte Marco Majolet, Papa eines Zirkuskindes und selber Mitarbeiter im Bundesarchiv. Dank ihm kam das aussergewöhnliche Engagement zustande. Seit mehr als zehn Jahren öffnet das Bundesarchiv zur Museumsnacht seine Türen. Jedes Jahr verzeichnet es an die 2000 Besucher. Es wartete mit einigen Attraktionen auf. Im Festzelt draussen durfte das Publikum einen Vorgeschmack geniessen auf die neuen Thuner Seespiele, auf das Musical «Romeo und Julia». Und wer die Tiefen des Gebäudes erkundete, konnte auf die Zeitreise «200 Jahre Schweizer Geschichte» gehen. Am 20. März 1815 war am Wiener Kongress bekanntlich die Neutralität der Schweiz per Dekret fixiert worden. Es war ein spannender, erlebnisreicher Abend in der Bundeshauptstadt. Am Ende freilich war die müde gewordene Arabas-Delegation ganz froh, als sie kurz nach Mitternacht wieder zu Hause eintraf und die Geräte und die Kostüme im Warenlager versorgt waren.