Muri

Zirkus Monti macht einen Schritt nach vorne und in die Höhe

Die Zirkusfamilie freut sich auf die Erweiterung des Winterquartiers: Armelle Fouqueray, Johannes und Hildegard Muntwyler (von links).

Die Zirkusfamilie freut sich auf die Erweiterung des Winterquartiers: Armelle Fouqueray, Johannes und Hildegard Muntwyler (von links).

Der Circus Monti baut in seinem Winterquartier in Wohlen eine neue Halle – Herzstück ist der 12 Meter hohe Trainingsraum. Dort können die Artisten künftig unter denselben Bedingungen trainieren, die eim Zelt herrschen.

Zuerst sollte es nur eine einfache Lagerhalle werden. Der Ausbau des Winterquartiers des Circus Monti, seit Sommer 2009 in Planung, hat sich aber seit den ersten Entwürfen stark verändert – vor wenigen Tagen konnten nun die Bauarbeiten starten.

Ein Trainingsraum mit 368 m² Fläche und 12 Metern Höhe wird das Herzstück des Neubaus. Damit haben die Artisten den nötigen Platz, um unter den gleichen Bedingungen wie im Zirkuszelt zu trainieren. Auch Luft- und grössere Gruppennummern können so geprobt werden.

Sanitäre Einrichtungen, ein Raum für die Proben der Musiker und eine moderne Küche machen die Halle multifunktional: Ausserhalb der Probenzeit kann sie für Events genutzt werden. Zudem ist vorgesehen, mit Varieté-Vorstellungen während der Wintermonate ein zusätzliches kulturelles Angebot zu schaffen.

Über die Kosten wird geschwiegen

Um die Ausgaben etwas abzufedern, wird in der 65 Meter langen Halle rund 3000 m² Lagerfläche entstehen, von der etwas mehr als die Hälfte vermietet wird. Wie viel die Halle kostet, will Johannes Muntwyler nicht sagen, nur, dass man sie «nicht aus der Portokasse» bezahlen könne.

Der ursprüngliche Plan sah vor, das Dach des bestehenden Trainingsraums anzuheben und die neue Halle als reine Lagerhalle zu nutzen. Dagegen verspreche man sich von einer multifunktionalen Halle, dass sie die Wintermonate belebe, so Muntwyler. «Wir wollen einen Schritt weiterkommen», begründet er den Umfang des Projekts. Das bestehende Gebäude wird weiterhin genutzt. Der Trainingsraum wird zur Werkstatt umgenutzt, deren Fläche damit beinahe verdoppelt. Neben Trainingsraum und Lagerfläche wird der Zirkus auch zusätzliche überdachte Parkplätze erhalten.

Der Bau 1991 war ein Wagnis

Dass die Erweiterung des Winterquartiers eine so intensive Planung erforderte, hängt wohl auch damit zusammen, dass die Erinnerungen an den Bau des Monti-Winterquartiers aus dem Jahr 1991 nicht nur positiv sind: «Der Bau war damals ein enormes Wagnis und hat uns auch vor echte Probleme gestellt – die Erinnerungen daran sind noch präsent», sagt Muntwyler.

Damals habe man damit gerechnet, dass das Monti-Winterquartier eher zu gross sei. Nun stösst der Zirkus an seine Grenzen. «Der Zirkus wächst rund ums Zelt herum», so Muntwyler. Das ist aber durchaus auch so beabsichtigt, ein neues Zirkuszelt wird es nicht geben: «Der Zuschauer soll vom Wachstum nichts merken, das ist nicht das, was wir wollen», so der Zirkusdirektor. «Es gibt nichts Traurigeres, als ein grosses Zelt, das nur halb voll ist.»

Monti beschenkt sich selber

Wenn die Bauarbeiten nach Plan verlaufen, kann der Neubau etappenweise ab Dezember 2013 bis Frühsommer 2014 bezogen werden. Damit würde sich der Zirkus sozusagen selbst ein Geburtstagsgeschenk machen: Das Jubiläumsprogramm 2014 («30 Jahre Circus Monti») kann voraussichtlich bereits im neuen Trainingsraum einstudiert werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1