Wohlen

Zieren Strohhüte bald Pro-Patria-Briefmarken?

Ein Strohhut soll als Briefmarke die ganze Schweiz erfreuen – zumindest hat der Gemeindeammann von Wohlen Walter Dubler dafür zwei Sujets eingereicht. Die Sondermarken sollen an die glorreiche Strohindustrie des 19. Jahrhunderts erinnern.

Die Wohler Strohindustrie war einer der wichtigsten Industriezweige im Freiamt des 19. Jahrhunderts. Die Weizen- und Roggenstroh-Produkte aus «Chly Parys», wie Wohlen einst genannt wurde, waren in der ganzen Welt bekannt und beliebt. Von der grossen Strohzeit ist jedoch wenig übrig geblieben - neben Einzelstücken und Büchern vor allem eines: Das Wohler Strohmuseum.

«Passender Moment»

Dass das Museum nach 36 Jahren seiner Existenz nun in die historische Villa Isler verlegt wird, ist für den Wohler Gemeindeammann Walter Dubler Grund zum Feiern. «Deswegen habe ich zwei Stroh-Sujets bei Pro Patria eingereicht», bestätigt er auf Anfrage. «Ich finde, es wäre ein sehr passender Moment für eine Sonderbriefmarke.» Die beiden Bilder hat Grafiker Fabian Furter ausgewählt und bearbeitet.

«Die Sujets sind bei uns eingegangen und werden nun geprüft», sagt Roman Schönauer, Generalsekretär der Pro Patria. «Allerdings entscheiden wir nicht selber darüber, welche Sondermarken tatsächlich herauskommen werden, sondern die Post.» Die Marke könnte frühestens 2013 erscheinen, der entsprechende Entscheid werde im Herbst gefällt.
Pro Patria gibt wenig Hoffnung

Wenig Hoffnung

Schönauer macht den Wohlern jedoch wenig Hoffnung auf eine eigene Marke: «Es gibt rund 3000 Gemeinden und etwa 400 Orts- und Heimatmuseen, von denen sich sehr viele eine Sondermarke erhoffen.» Und Wohlen sei bereits 1993 mit einer Pro-Patria-Briefmarke, die eine Strohgarnitur zierte, berücksichtigt worden. «Trotzdem wird die Einsendung natürlich wie alle anderen genau geprüft», hält er fest.

«Dass uns die Strohindustrie wichtig ist, haben wir allerdings bereits mit unserem Beitrag ans neue Strohmuseum bewiesen», betont Schönauer. Tatsächlich hat Pro Patria 200 000 Franken und die Post 50 000 Franken an den Umbau gespendet.

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