Soeben ist im «Rauestei» unweit des Restaurants Waldheim die erste Sondierbohrung beendet worden. In den nächsten Tagen lässt das Kieswerkunternehmen Heinrich Müller aus Stetten zwei weitere Versuchsbohrungen ausführen. Dies bis zu einer Tiefe von 70 Metern und unter fachlicher Begleitung des Geologie-Spezialisten Jäckli aus Baden.

«Intakte Chancen»

Firmeninhaber Heinrich Müller, der in Hermetschwil-Staffeln wohnt, beurteilt die Chancen für eine Kiesausbeutung im «Rauestei» als intakt. «Die Proben der ersten Bohrung brachten noch nicht die erhofften Hinweise auf ein grösseres Kiesvorkommen», sagte Müller, «von den zwei weiteren Bohrungen erwarten wir aber viel.»

In rund einem Monat werde der Entscheid für oder gegen einen Kiesabbau gefällt, abgestützt auf die Untersuchungsergebnisse.

Die Gewinnung von Kies im «Rauestei» wäre keine Premiere. In den 1960er- und 1970er-Jahren hat hier ein Bremgarter Unternehmen den Baustoff Kies abgebaut, damals allerdings bloss in kleinerem Stil.

Planänderung wäre nötig

Im kantonalen Richtplan ist der «Rauestei» zwar als Materialabbaugebiet von kantonaler Bedeutung aufgeführt. Im Nutzungsplan der Gemeinde Hermetschwil-Staffeln ist das Gebiet aber nicht als Kiesabbauzone ausgeschieden – noch nicht.

Bevor Heinrich Müller mit der Kiesausbeutung beginnen könnte, muss vorgängig eine Gemeindeversammlung grünes Licht zur Abbauzone geben. Dies dürfte letztlich zwar bloss eine kleine Formsache sein, benötigt aber Zeit.

Ob die Neuzonierung bereits an der Winter-Gemeindeversammlung vom 12. Dezember 2013 ein Thema sein wird, muss sich weisen.

Diese Versammlung findet in Bremgarten statt, weil der Zusammenschluss der zwei Gemeinden am 1. Januar 2014 vollzogen wird und Hermetschwil-Staffeln danach ein Ortsteil von Bremgarten ist.

Radweglücke dank Deal schliessen

Im Zusammenhang mit dem «Rauestei» hat die Gemeindebehörde von Hermetschwil einen schönen kleinen Deal vereinbart. Im Gebiet besteht nämlich ein altes Wegrecht zugunsten der Gemeinde; dieser «Rauestei»-Weg ist seit Jahren überwuchert und kaum mehr als solcher erkennbar.

Falls es zum Kiesabbau kommt, soll das Wegrecht östlich an den Fuss der «Rauestei»-Parzelle längs des Kantonsstrassenabschnitts verlegt werden. So könnte auf elegante Art die vorhandene kleine Veloweglücke von der Einmündung zur Stafflerstrasse bis hinunter zum komfortablen Radweg nach Bremgarten geschlossen werden.