Bezirksgericht Bremgarten
Zickenkrieg eskaliert wegen Wohnungsschlüssel – vor Gericht wurde es teuer

Zwei Frauen gerieten sich im Treppenhaus in die Haare und landeten vor dem Richter. Dieser hatte keine Lust auf «Streithühner».

Jörg Baumann
Drucken
Die Frau eine beschimpfte die andere bei der Übergabe des Wohnungsschlüssels als «fette Kuh». (Symbolbild)

Die Frau eine beschimpfte die andere bei der Übergabe des Wohnungsschlüssels als «fette Kuh». (Symbolbild)

Keystone

Mit einem Vergleich endete vor dem Bezirksgericht Bremgarten ein heftiger Streit zwischen zwei Frauen, der sich im November 2015 im Treppenhaus in einem Mehrfamilienhaus zugetragen hatte. Die eine beschimpfte die andere bei der Übergabe des Wohnungsschlüssels als «fette Kuh». Sie sei «krank im Kopf».

Darauf schloss die andere die Haustüre. Die Beschuldigte öffnete die Türe jedoch wieder, betrat die Wohnung und spuckte auf den Boden. Vor der Haustüre kam es zu einem Gerangel zwischen den beiden Frauen, worauf sie zu Boden gingen.

Die Beschuldigte soll, so die Staatsanwaltschaft, mit der Faust auf die Klägerin eingeschlagen, sie im Gesicht gekratzt und ihr nachgerufen haben, sie werde ihre Kontrahentin «fertigmachen».

Fall vors Bezirksgericht gezogen

Beide Frauen wurden gebüsst. Die Strafklägerin akzeptierte den Strafbefehl, die Beschuldigte hingegen zog diesen ans Bezirksgericht Bremgarten weiter.

Ihr warf die Staatsanwaltschaft Beschimpfung, Drohung, Hausfriedensbruch und Tätlichkeiten vor. Die Staatsanwaltschaft beantragte für die Beschuldigte eine bedingte Geldstrafe von 2400 Franken und eine Busse von 600 Franken.

Gerichtspräsident Raimund Corboz zeigte keine Lust, wegen (wörtlich) «zwei Streithühnern» die Justiz weiter zu beschäftigen, und strebte einen Vergleich an. Dieser kam zustande. Corboz verzichtete darauf, die Hauptverhandlung durchzuführen.

So wurde die schmutzige Wäsche, die die beiden Frauen wuschen, einigermassen schicklich beerdigt. Die Öffentlichkeit wird davor verschont, zu erfahren, was dem Streit vorausgegangen war und weshalb er eskalierte.

Strafantrag zurückgezogen

Der Strafantrag wurde zurückgezogen. Man einigte sich auch darauf, dass die Beschuldigte die der Klägerin auferlegte Busse übernimmt. Beide Frauen müssen zudem ihren Anteil an den Verfahrenskosten tragen. «Ein teurer Wohnungsschlüssel», meinte Corboz zu den Frauen und entliess sie. Diese verliessen den Gerichtssaal, ohne sich eines Blickes zu würdigen.

Aktuelle Nachrichten