Das Zentrum von Niederwil ist eigentlich gar keines. Es gibt zwar etwas Freiraum im Bereich der ehemaligen Post und der Bushaltestelle. Aber auch dort dominieren die (abgestellten) Autos ebenso wie auf der Kantonsstrasse, die das Ortsbild in diesem Dorfteil weitestgehend prägt. Der Gemeinderat will das ändern. Die Idee ist nicht neu, sondern der Bevölkerung schon vor einem Jahr kommuniziert worden und auch Bestandteil des aktuellen Legislaturprogramms der Behörde. Inzwischen sind verschiedene Abklärungen vorgenommen worden, die Sache wird konkret.

Kreditantrag an der Gmeind

Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung vom 28. Juni einen Planungskredit von 458 000 Franken für die Projektierung eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts für die Kantonsstrasse. In diesem Kredit inbegriffen sind auch die Planungskosten für die Sanierung der Werkleitungen, die Bestandteil des ins Auge gefassten Projekts sein werden.

Wo liegen die Probleme? Der Strassenraum dominiert, wie eingangs erwähnt, das Dorfbild im Zentrum der Gemeinde. Die angrenzenden Quartiere sind nach Meinung des Gemeinderates ungenügend vernetzt, auch bezüglich der Schulwegverbindungen. Die Gestaltung des Strassenraums ohne erkennbare Abgrenzung von innerorts zu ausserorts verleitet Automobilisten dazu, die Geschwindigkeit bei der Einfahrt ins Dorf nicht oder zu wenig zu drosseln. Dazu kommen unübersichtliche Situationen an den Kreuzungen und eine Bushaltestelle, die lediglich auf eine Strassenseite konzentriert ist. Das führt zu gefährlichen Situationen.

Der Kanton zieht mit

Wie will man die Probleme lösen? Mit dem erwähnten Betriebs- und Gestaltungskonzept soll grundsätzlich die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht werden. Erreicht werden soll das mit einer Anpassung des Strassenquerschnitts und einer allgemeinen Sanierung der Strasse, einer gestalterischen Aufwertung des ganzen Strassenraums, einer Verbesserung des Fusswegnetzes, einer Optimierung der Bushaltestellen und nicht zuletzt auch durch eine Lärmschutzoptimierung im Siedlungsraum.

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat den Handlungsbedarf erkannt und zieht bei der Planung nicht nur mit, der Kanton als Eigentümer der Strasse beteiligt sich finanziell auch anteilsmässig an der Projektierung. Die Kosten für die geplanten Anpassungen, inklusive der Sanierung aller Werkleitungen dürften sich nach einer ersten ungefähren Kostenschätzung auf gegen 4 Mio. Franken belaufen. Exakte Aussagen sind erst nach Vorliegen eines konkreten Projekts möglich. Ein solches soll in etwa zwei Jahren ausgearbeitet sein. Ein Jahr später soll die Kreditgenehmigung erfolgen, die Realisierung ist für die Jahre 2022/2023 geplant.