Niederwil
Zentrum Reusspark half dem Kanton aus der Verlegenheit

Eine lange Fahrt ist zu Ende: Der Aargauer Literaturwagen fand seinen endgültigen Standort auf dem Gelände des Pflege- und Betreuungszentrums Reusspark im Gnadenthal.

Jörg Baumann
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Mark Fry, Irene Briner, Andrea Zielinski, Thomas Peterhans und Dani Burg (von links) vor dem Literaturwagen. Jörg Baumann

Mark Fry, Irene Briner, Andrea Zielinski, Thomas Peterhans und Dani Burg (von links) vor dem Literaturwagen. Jörg Baumann

«Der Literaturwagen passt zu uns. Wir wollen damit die alten und jungen Menschen näher zusammenbringen», sagte Reusspark-Direktor Thomas Peterhans an der Einweihungsfeier. «Die Gesellschaft besteht heute leider zum grossen Teil aus Einzelgängern.» Zu dieser Entwicklung wolle der Reusspark einen Kontrapunkt setzen.

Ein Geschenk mit Pferdefuss

Den Wagen übernahm der Kanton Aargau vor vier Jahren, im Jubiläumsjahr 175 Aargauer Volksschule, von einem Zirkus. Er reiste durch den ganzen Kanton und diente zahlreichen Schulen als Ort des Lesens und der Begegnung, bevor ihn der Kanton ausser Dienst stellte und nach einem Wettbewerb der Schule Stetten übergab. Der Wagen hätte auf dem Schulhausplatz aufgestellt werden sollen. Folgerichtig pochte der Gemeinderat darauf, dass dafür ein Baugesuch notwendig wäre. Zu mühsam, fand man im Schulverband Reusstal, zu dem auch die Schule Stetten gehört.

Mark Fry, Lehrer im Schulverband Reusstal der Gemeinden Niederwil, Fischbach-Göslikon, Künten und Stetten, verhandelte mit dem Reusspark-Direktor Thomas Peterhans mit der Bitte, dem Literaturwagen eine Heimstatt zu geben. Peterhans sagte sofort zu, weil er die Chance sah, sein Heim mit einer weiteren Attraktion aufzuwerten und einen Beitrag an den Zusammenhalt der Generationen zu leisten.

Wagen wird gemeinsam genutzt

Mark Fry, Dani Burg, Leiter des Schulverbandes Reusstal, und Andrea Zielinski, Mitarbeiterin der Fachstelle Kulturvermittlung des Kantons Aargau, übergaben den Wagen dem Reusspark. Irene Briner, die das Kulturprogramm im Reusspark betreut, schilderte die Odyssee des Literaturwagens in Form eines Märchens. «Der Literaturwagen wird auch ein Teil unseres Kulturprogrammes. Irene Briner sprüht förmlich von Ideen, was man mit dem Wagen alles anfangen könnte. Sie hat viele Ideen für generationenübergreifende Projekte», sagte Peterhans. «Der Literaturwagen wird bei uns seinen dritten Lebensabschnitt erleben und renoviert.»

Für sein Wohlergehen werde der Verein Gnadenthal, der Trägerverein der Institution Reussparks, sorgen. Sicher ist bereits: Der Wagen wird in die nächste Erzählnacht einbezogen, die im Monat November im Reusspark stattfinden wird. Die Schulklassen könnten ihn, so hofft Dani Burg, unter anderem für externe Gruppenarbeiten und Schulprojekte nutzen.

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