Unter dem Stichwort «Aktuelles» findet sich auf der Website der Gemeinde Oberlunkhofen seit Kurzem der Eintrag «Vision Oberlunkhofen – das sind wir!». Auf eineinhalb A4-Seiten präsentieren da der Gemeinderat und der Verwaltungskader die Ergebnisse aus mehreren Klausuren, in denen die politischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre bestimmt wurden. In Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen BDO AG, Aarau, hat die Gemeindeleitung einen Masterplan mit konkreten Massnahmen und Projekten entwickelt, der in den nächsten vier Jahren als Grundlage für die politische Arbeit sowie als Basis für die Finanzplanung und das Budget dienen soll.

Für Gemeindeammann Alain Maître und Gemeindeschreiber Erwin Eichenberger steht die Standortförderung ganz klar im Fokus ihrer Bemühungen. Oberlunkhofen soll als Wohn- und Arbeitsort, «eingebettet in eine idyllische Landschaft», im Kelleramt eine Zentrumsfunktion einnehmen. «Dafür spricht unsere zentrale Lage mit guter Anbindung, sowohl an den Öffentlichen als auch an den Individualverkehr. Ausserdem haben wir ein grosses Interesse an überkommunalen Zusammenarbeiten», bestätigt Eichenberger auf Nachfrage der AZ. «Wir sehen uns nicht in einer Konkurrenz – auch nicht mit anderen Gemeinden. Wir wollen da zusammenarbeiten, wo es sinnvoll ist. Unser Ziel ist es, für eine grössere Wahrnehmung des Kelleramtes zu sorgen und Synergien zu schaffen. Darum entwickeln wir die regionale Zusammenarbeit aktiv mit.»

Verein für Nachbarschaftshilfe

Ein attraktiver Steuerfuss von 79 Prozent und eine nur kleine Verschuldung lassen die Gemeinde von einem «gesunden Finanzhaushalt mit gutem finanziellen Spielraum» schreiben. Vor diesem Hintergrund verspricht der Gemeinderat auch den nachhaltigen Betrieb und zeitgemässen Unterhalt des Strassennetzes sowie die Modernisierung der Strassenbeleuchtung und der Abwasseranlagen, gemäss Generellem Entwässerungsplan (GEP). 

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Durch gezielte finanzielle Unterstützung und Zurverfügungstellung von öffentlichen Räumen soll auch die Vereinskultur und Nachbarschaftshilfe im Dorf gefördert werden. «Wir fördern schon heute die Vereine und wollen dies auch in Zukunft weiter machen», betont der Gemeindeschreiber. «Für die Nachbarschaftshilfe wurde im vergangenen Jahr ein eigener Verein gegründet.» Durch Begegnungsorte im Dorf, an denen auch grössere Anlässe durchgeführt werden können, etwa auf dem Dorfplatz oder der Schulanlage, soll die Bevölkerung Möglichkeiten erhalten, sich zu treffen und den Austausch zu pflegen. 

Neue Recycling-Sammelstelle

In Sachen Umweltschutz und Energiefragen will Oberlunkhofen künftig eine Vorbildrolle einnehmen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten will die Gemeinde gute Bedingungen für private Initiativen schaffen. «Wir denken dabei etwa an die Unterstützung der Solar-Genossenschaft Oberlunkhofen», so Eichenberger, «und überhaupt an die Unterstützung der erneuerbaren Energien, wie beim Heizungsersatz für die Kreisschule Kelleramt.» Dazu kommt der bewusste Umgang mit Abfällen. «Wir legen grossen Wert auf Entsorgungsmöglichkeiten mit hoher Wiederverwertung», steht im Visionenpapier. Gibt es also eine neue Recycling-Sammelstelle im Dorf? «Das ist angedacht», sagt Eichenberger.

Land Andermatt bietet Platz

Die Gemeinde rechnet im Verlauf der kommenden elf Jahre mit einem Bevölkerungswachstum von aktuell 2041 auf 2320 Personen. Oberlunkhofen will sich dabei als familienfreundlicher Ort mit ausgebauten Tagesstrukturen anbieten. Ausserdem soll im Dorf selber oder mindestens in näherer Umgebung eine «medizinische Grundversorgung für jedes Alter» angeboten werden. Die Gemeinde will die Errichtung einer entsprechenden Gemeinschaftspraxis mit Rat und Tat unterstützen. Um die ältere Bevölkerung «gut aufgehoben» und in «menschenwürdiger Langzeitpflege» zu wissen, soll auf dem seit Jahren brachliegenden Andermatt-Areal ein passendes Alterszentrum realisiert werden.

Das Land Andermatt könnte aber auch von Nutzen sein, wenn es darum geht, «die Vielfalt des Angebots für den täglichen Gebrauch» zu fördern. «Wir meinen damit den Erhalt der medizinischen Angebote wie Arzt, Zahnarzt oder Physiotherapie», erklärt Eichenberger, «aber auch Einkaufsmöglichkeiten wie einen Volg oder eine Bäckerei. Wenn zum Ausbau des Angebots neuer Raum benötigt wird, dann hätten wir, zum Beispiel auf Land Andermatt, einen Standort anzubieten.» Das Ziel «Förderung der Sicherheit im öffentlichen Raum» ist aktuell noch Gegenstand vertiefter Abklärungen und Lösungsfindungen. Dafür funktioniert die «aktive Kommunikation mit der Bevölkerung» schon gut. Darum kümmert sich Gemeindeammann Alain Maître mit seinem Ratskollegium und der Verwaltung.